Klimawandel : Dramatische Eisschmelze in der Arktis

Der Klimawandel in der Arktis nimmt dramatische Ausmaße an. Die US-Klimabehörde NOAA ist alarmiert: Die Herbst-Temperaturen lägen mittlerweile um fünf Grad über dem Normalwert.

Eisbären
Schwindender Lebensraum. Laut US-Klimabehörde liegen die Herbst-Temperaturen in der Arktis mittlerweile fünf Grad über Normalwert....Foto: dpa

Seattle Das Jahr 2007 sei das wärmste in der Arktis seit Beginn der Aufzeichnungen, teilte die NOAA in ihrem jährlichen Arktis-Bericht mit. Der seit Mitte der 1960er Jahre messbare Anstieg der Durchschnittstemperaturen um den Nordpol herum setze sich damit fort. Die Eisfläche werde kleiner. 46 Wissenschaftler haben an dem Report mitgearbeitet.

Die Forscher stellten einen Dominoeffekt fest: Der Verlust des Eises führe zu größerer Sonneneinstrahlung und damit Erwärmung des Ozeanwassers. Die wärmere Luft und das wärmere Wasser wiederum beeinträchtigten Tiere und Pflanzen. Zudem werde der Teil des winterliches Seeeises kleiner, der bis in den Sommer hält. Das System verstärke sich selbst.

"Es ist ein empfindliches System und zeigt oft relativ schnell und dramatisch Änderungen an", sagte NOAA-Ozeanforscher James Overland. Die arktischen Sommer von 2005 bis 2007 endeten alle mit großen Flächen offenen Wassers. Im September 2007 wurde mit 4,3 Millionen Quadratkilometern die kleinste jemals gemessene Eisfläche erreicht. Das waren 39 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 1979 bis 2000.

Eisfläche wird immer kleiner

Das Jahr 2008 stützt nach Angaben der NOAA diesen Trend des Abschmelzens ebenfalls, die Eisfläche war im September nur geringfügig größer als im Jahr davor. Auch die alljährlich über den Winter bis März wachsende Eisfläche wurde in den vergangen Jahrzehnten kleiner. Zugleich ziehen sich die Grönlandgletscher zurück. Das Eis sei um 100 Kubikkilometer geschrumpft und habe daher mit den größten Anteil am Meeresspiegelanstieg. Der Meeresspiegel erhöht sich in der Arktisregion um etwa 1,9 Millimeter pro Jahr.

Die NOAA verweist auch auf Auswirkungen auf die Tierwelt: Die Zahl der Rentiere und Walrosse könnte künftig schwinden. Die Eisbären hätten schon jetzt immer weniger Eisflächen, von denen aus sie jagen können. Allerdings hätten viele Gänsearten ihr Verbreitungsgebiet in der Arktis ausgedehnt, da sie dort immer mehr Futter fänden. (küs/dpa)

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