Welt : Klimawandel macht krank

Carolin Jenkner

Berlin - Der Hitzesommer 2003 war nur ein Vorbote des Klimawandels: 7000 Menschen sind damals allein in Deutschland an den Folgen der Hitze gestorben. Von 2071 an könnten es jährlich bis zu 12 000 sein. Das geht aus einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hervor, in der die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und die daraus entstehenden Kosten analysiert werden.

Zwei Gründe nennt die Studie: Zum einen wird es mehr „Hitzetage“ mit großer Wärmebelastung geben. Je nach Wohnort sind das allerdings unterschiedlich viele. An Deutschlands Küsten rechnen die Wissenschaftler mit nur einem zusätzlichen Hitzetag im Jahr, im Süden mit bis zu 25. Der zweite Grund ist der demographische Wandel. Es werden mehr ältere Menschen in Deutschland leben – und die sind besonders von hitzebedingten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Versagen, Atemwegsproblemen und Hitzschlag betroffen. „Deutschland muss sich auf die kommenden Hitzewellen vorbereiten“, fordert Professor Gernot Klepper, der Verfasser der Studie. Ältere Menschen müssten durch Notfallpläne geschützt werden. Zwar werden weniger Menschen bei extremer Kälte sterben, der Anstieg der Toten durch Hitze liegt aber höher als der Rückgang durch Kälte.

Die Kosten durch hitzebedingte Krankenhauseinweisungen beziffert die Studie auf jährlich 500 Millionen Euro. Das sind fast ein Prozent der Krankenhauskosten eines Jahres. Teurer könnte der Klimawandel für die Volkswirtschaft werden: Hohe Temperaturen mindern die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer und führen zu Verlusten in Milliardenhöhe. Bei einem Leistungsverlust von drei bis zwölf Prozent pro Arbeitnehmer würde das Bruttosozialprodukt um 0,12 bis 0,48 Prozent niedriger ausfallen als in einem Jahr ohne Hitzetage. Bei der Studie wurde jedoch nicht berücksichtigt, dass sich die Menschen möglicherweise an die Wärme gewöhnen. Dann könnten die Folgen weit weniger gravierend sein.

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