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Kochen und Wohnen : Über die Küche hinaus

22.08.2012 13:35 Uhrvon
Essen ist Kultur. Mit "Library" hat Philippe Starck die traditionelle Küche neu interpretiert und mit einer über den Küchenschränken umlaufenden Bibliothek verknüpft. Die Lösung bietet nicht nur genügend Stauraum – mit ausgefallenen Details wie die Leiter oder Tischfüße in Trompeteform versprüht sie einen individuellen Charme.Bilder
Essen ist Kultur. Mit "Library" hat Philippe Starck die traditionelle Küche neu interpretiert und mit einer über den Küchenschränken umlaufenden Bibliothek verknüpft. Die Lösung... - Foto: Warendorf

Küche und Wohnbereich wachsen immer mehr zusammen. Die Industrie fördert diesen Trend mit platzsparenden und funktionalen Produkten.

„Die Küche ist für mich ein Wohnbereich innerhalb einer Wohnwelt - keine Werkstatt, kein Labor, schon gar kein Nebenraum. Erst wenn das Schauspiel des Kochens beginnt, wird die Bühne sichtbar. Bei dieser Küche geht es mir um die ganze Wohnung, das Lebensgefühl Wohnen“, sagt der Hamburger Architekt und Designer Hadi Teherani. Für Poggenpohl hat er gerade das Küchenprogramm +ARTESIO entworfen, das die grenzen zwischen den früher klar gegliederten bereichen Wohnen und Küche aufhebt. Damit folgt das Unternehmen konsequent einem Trend, der sich im höheren Segment der Küchenhersteller absehen lässt.

Wenn die Küche immer mehr in den Wohnraum integriert wird, darf sie nicht mehr nach herkömmlicher Küche aussehen. Praktikabel muss sie allerdings doch sein. „Unsere Vision war es von Beginn an, nicht nur eine Küche, sondern ein ganzheitliches Raumkonzept zu schaffen, das nicht mehr zwischen Kochen und Wohnen trennt. Also ein Küchendesign, das symbiotisch mit der Raumarchitektur verbunden ist und dadurch eine den Raum gestaltende Funktion bekommt. Da lag es nahe, auch bei der Suche nach einem Designer einen Schritt weiter zu gehen und jemanden zu suchen, der über das Möbeldesign hinaus in Räumen denkt“, sagt Poggenpohl-Geschäftsführer Elmar Duffner.

Diese Küche wird am besten in Zusammenarbeit mit einem Architekten geplant. Sie erfordert viel Platz, da sie mit ihrer Decke mit Beleuchtung einen eigenen Raum im Raum bilden kann. So ist auch in ein Schrankelement eine von drei Seiten einsehbare Vitirne integriert. Damit die Symbiose zwischen Küche und Raum noch besser gelingt, bietet Poggenpohl erstmals einen Esstisch, entsprechende Stühle eine Eckbank sowie eine Bank aus Pinienholz an.

„Hier kann man auch ein Buch lesen oder ein Bild malen. Bis hin zu Tisch und Stuhl ist die ganze Küche in ihrer innovativen Linie so konsequent wohnlich, dass man sie fast gar nicht mehr als Küche bezeichnen möchte. Mit unterschiedlichen Elementgrößen, Materialqualitäten und Farben eröffnet die Küche ein Kompositionsspiel, das jedem Raum und jedem Anspruch gerecht wird bis hin zu einem durch die Küche definierten oberen Raumabschluss. Es entsteht eine neue, zusätzliche Modulationsmöglichkeit für die Innenwelt einer ganzheitlichen Architektur. Mit anderen Worten: Die Küche ist bereits raumbildende Architektur“, sagte Teherani in einem Interview.

Woher rührt diese Aufwertung der Küche? Ist es das Zusammenrücken in der Wohnung oder ist es eine veränderte Funktion der Küche? Es wird gerade in der Mittelschicht viel in der eigenen Küche gekocht. Dabei geht es nicht nur um die Notwendigkeit, eine Mahlzeit zuzubereiten, sondern es geht nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Miele darum, Genuss und Lebensqualität miteinander in Verbindung zu bringen. Von den 3000 Befragten im Alter zwischen 30 und 70 Jahren mit einem Netto-Monatseinkommen gaben 68 Prozent an, dass sie jeden tag in der Küche eine Mahlzeit zubereiteten. 65 Prozent nehmen sich am Wochenende mehr Zeit zum Kochen als in der Woche. Daher bringen 78, bzw. 72 Prozent der Befragten die Begriffe Genuss und Lebensqualität mit ihrer Küche in Verbindung.

53 der Befragten bescheinigen der leichten mediterranen Küche einen großen Einfluss auf ihre Kochgewohnheiten, gutbürgerliche, deutsche Küche wird von 50 Prozent geschätzt, die Küche Asiens landet mit 23 Prozent auf Platz drei der bevorzugten Geschmacksrichtungen und 27 Prozent räumen dem Sonntagsbraten immer noch eine große Bedeutung zu. Die französische Küche kommt gerade einmal auf neun Prozent. 34 Prozent kochen einmal im Monat mit Freunden oder Verwandten in der Küche.

Daher nimmt es auch nicht Wunder, dass Kategorien wie „Gemütlichkeit und Kreativität“ in Bezug auf die Küche 53 Prozent Zustimmung bekommen. Natürlich ist für 51 Prozent die Küche immer noch ein ort, der vor allem mit „Arbeit“ assoziiert wird, und daher ist es auch nicht überraschend, wenn 75 Prozent der Befragten meinen, die Küche müsse zweckmäßig eingerichtet sein.

59 Prozent sagen, dass Qualität und Ausstattung wichtiger als der Preis seien. Und 47 Prozent geben an, dass ihnen ein offen gestalteter Koch-Ess-Wohnbereich wichtiger ist als die herkömmliche Küche.

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