Kulmbach : Ammoniak-Unfall in Freibad - 50 Verletzte

Schock beim sommerlichen Schwimmvergnügen: Durch ein defektes Ventil ist in einem Schwimmbad im bayerischen Kulmbach am Sonntag Ammoniak ausgetreten - fünfzig Badegäste wurden verletzt, darunter auch ein Baby.

KulmbachEin fröhlicher Sommernachmittag hat am Sonntag für Hunderte von Freibad-Besuchern im bayerischen Kulmbach ein jähes Ende gefunden: Etwa 50 bis 60 Badegäste wurden durch austretendes Ammoniak-Gas verletzt. Das berichtete ein Polizeisprecher. Rund 250 Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten und die übrigen Schwimmbad-Gäste. Lebensgefahr habe bei niemandem bestanden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich rund 2500 Menschen in dem Freibad. Ammoniak (NH3) ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Wird es eingeatmet, kommt es zu Reizungen der Atemwege. Es trat vermutlich aus einem defekten Sicherheitsventil in einem Technik-Gebäude aus. Eigentlich ist das Gas für eine Kunsteisbahn bestimmt, die sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Mehrere Badegäste berichteten, dass sie einen Knall und lautes Zischen gehört und deshalb eine Explosion befürchtet hätten.

"Wie in einem schlechten Horror-Film"

In Panik rannten viele der Menschen davon, teils trampelten die Flüchtenden Zäune nieder. Die Verletzungen reichten von Atemwegsreizungen bis zu Brandblasen an den Füßen, weil viele der Badegäste in der Hektik ihre Schuhe und Kleider auf der Liegewiese des Freibades liegen ließen. Zahlreiche Eltern meldeten sich aus Sorge um ihre Kinder bei der Polizei.

Die Feuerwehr machte die Gaswolke durch Sprühnebel unschädlich. Es trat nur eine geringe Menge Ammoniak aus, auch die Konzentration in der Luft sei nicht sehr hoch gewesen sei. Eine Gefahr für die Anwohner habe nicht bestanden, hieß es. Das Schwimmbad wurde komplett evakuiert und gesperrt. Mehrere Verletzte wurden vor dem Schwimmbad in Zelten und auf einer Wiese ärztlich versorgt.

Unter den Schwerverletzten war auch ein Baby. Es wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum Bayreuth geflogen. Badegäste, die bereits auf dem Heimweg waren, wurden von der Polizei aufgefordert, zurückzukehren und sich registrieren zu lassen, falls Beschwerden bei ihnen auftreten sollten. Das Schwimmbad soll voraussichtlich an diesem Montag wieder für den Badebetrieb geöffnet werden. (sgo/dpa/AFP)

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