London : Konzert für die Königin der Herzen

Prinz William und Prinz Harry haben mit einer Geburtstagsparty im Wembley-Stadion an ihre verstorbene Mutter Diana erinnert.

Markus Hesselmann
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La Ola. 63.000 Zuschauer wollten das von den Prinzen Harry und William organisierte Konzert sehen.Foto: AFP

LondonAm Ende hat er sich doch nicht überreden lassen. Elton John spielte „Candle in the wind“ in der Version, die er zu Ehren der verstorbenen Prinzession Diana bislang nur bei ihrer Trauerfeier einmal öffentlich gesungen hat, auch dieses Mal nicht. Bei seinen Konzerten singt er sonst stets nur die Originalversion, eine Hommage an Marilyn Monroe. Prinz William und Prinz Harry hatten sich gewünscht, dass Elton John das Lied für ihre Mutter am Sonntagabend im Wembley-Stadion spielt. Am 46. Geburtstag von Prinzessin Diana und kurz vor ihrem zehnten Todestag am 31. August veranstalteten die beiden ein Konzert ihr zu Ehren. Zum Abschluss am späten Abend trat Elton John auf die Bühne – und spielte unter anderem „Tiny Dancer“, aber nicht „Candle in the wind“.

Elton John, ein guter Freund der „Königin der Herzen“, hatte das Konzert mit „Your Song“ auch eröffnet. Die beiden Prinzen hatten ihre Nervosität überwunden und begrüßten die Zuschauer. Harry hatte eine Botschaft für seine Kameraden im Irak. „Ich kann leider nicht bei euch sein. Passt auf euch auf“, sagte der Prinz, dessen Wunsch, als Soldat in den Irak zu gehen, von der britischen Armeeführung aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden war. Die mit 63 000 Zuschauern ausverkaufte Arena füllte sich nur langsam. Nach den vereitelten Bombenanschlägen von London und dem Brandanschlag von Glasgow gab es verschärfte Kontrollen. Zusätzliche Hundertschaften der Polizei sicherten das Stadion.

Doch dann ging die Geburtstagparty los. Dianas Lieblingsband Duran Duran spielte Achtzigerhits wie „Wild Boys“ und „Rio“. Auf ihren Plätzen tanzten und feierten die beiden Prinzen mit. Sie sprangen im richtigen Moment auf, rissen beide Arme hoch und beteiligten sich an „La Ola“, der Fußball-Welle, die über die Ränge des Stadions rollte. In der Royal Box, der Loge für das Königshaus, saßen auch Harrys Freundin Chelsy Davy und Williams Ex-Freundin Kate Middleton, die bei der Organisation geholfen hatte. Der frühere US-Präsident Bill Clinton und Tony Blair, gerade als britischer Premier zurückgetreten, grüßten in Videobotschaften. In Filmen wurde Dianas karitative Arbeit zum Beispiel für Aidskranke und Minenopfer gewürdigt.

Prominente, unter ihnen der Schauspieler Dennis Hopper, der Fußballer David Beckham und der frühere Tennisstar Boris Becker, sagten die Musiker an. Prinz William und Prinz Harry hatten das Programm, das geschätzte 500 Millionen Fernsehzuschauer in 140 Ländern verfolgten, auf den Geschmack ihrer Mutter und auf ihre eigene Lieblingsmusik abgestimmt. Sie selbst sind zum Beispiel Fans von Lily Allen und Pharrell Williams. Der amerikanische Rapper forderte die Zuschauer auf, „trotz der Ereignisse der vergangenen Tage“ weltweit hörbar „Frieden“ zu rufen. Rod Stewart und Tom Jones sowie Songs aus Musicals von Andrew Lloyd Webber und ein Ausschnitt aus dem Ballett „Schwanensee“ trafen eher den Geschmack der älteren Fans. Die älteren Herrschaften des Königshauses, Prinz Charles, Königin Elizabeth II. und Prinz Philip, waren am Sonntag nicht im Stadion. Sie nehmen stattdessen am Gottesdienst zu Ehren der Prinzessin an ihrem zehnten Todestag teil.

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