Lufthansa-Flug : "Meine Frau flog an die Decke"

Turbulenzen über den Alpen: In einem Lufthansa-Airbus auf dem Flug von München nach Lissabon sind am Samstagabend 14 Menschen verletzt worden.

München - Über den Alpen seien unerwartete Turbulenzen aufgetreten, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Sonntag in Frankfurt/Main. An Bord waren 147 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Der Pilot habe sich aus Sicherheitsgründen zu einer außerplanmäßigen Landung in Genf entschieden.

Nach Berichten von Passagieren wurden mehrere Fluggäste von ihren Sitzen hochgerissen und stießen mit den Köpfen an die Decke des Flugzeugs. Auch ein Wagen mit Speisen und Getränken sei durch die Kabine geflogen, sagte ein Fluggast. In der Maschine saßen unter anderem der portugiesische Parlamentspräsident Jaime Gama und die populäre portugiesische Sängerin Dulce Pontes.  „Es hatte keine Warnung gegeben. Wir waren aber trotzdem angeschnallt. Unter den Verletzten waren außer Besatzungsmitgliedern vor allem Passagiere, die ihre Sicherheitsgurte geöffnet hatten“, berichtete Gama später in Lissabon. „Ich hatte keine Angst, aber es war schon ein seltsames Gefühl zu sehen, wie der Getränkewagen durch die Luft flog“, sagte der Parlamentspräsident der Zeitung „Público“.

Ein Fluggast aus Estland berichtete dem Blatt: „Meine Frau flog plötzlich aus ihrem Sitz bis an die Decke der Maschine.“ Im ersten Augenblick habe an Bord eine „beängstigende Stille“ geherrscht. Es habe keine Schreie gegeben, sagte der 42-Jährige, der mit seiner Frau eine Urlaubsreise nach Portugal unternehmen wollte. „Dann fing meine Frau an zu weinen. Sie konnte den Hals nicht mehr bewegen und hatte starke Kopfschmerzen.“ Die Lufthansa schickte nach dem Zwischenstopp in Genf eine Ersatzmaschine aus Frankfurt für den Weiterflug nach Lissabon.

Der in Genf gelandete Airbus wurde auf Schäden inspiziert. Vier der Verletzten, darunter zwei Crewmitglieder, kamen in Genf zur Beobachtung ins Krankenhaus. Die übrigen zehn seien am Flughafen medizinisch betreut worden, sagte die Lufthansa-Sprecherin. „Die Passagiere reagierten insgesamt relativ gelassen auf die Turbulenzen“, berichtete Gama. Es habe keine Panik an Bord gegeben. dpa

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