Madrid : Keine Auftritte für "Hunger-Models"

Fünf Models sind von der diesjährigen Madrider Modewoche ausgeschlossen worden, weil sie zu dünn sind. Alle Mannequins wurden von den Behörden auf Waagen gestellt.

Madrid - Die 68 für die Défilées in der spanischen Hauptstadt gemeldeten Models mussten sich am Samstag wiegen lassen, um an der am Montag beginnenden "Pasarela Cibles" teilnehmen zu dürfen, wie spanische Medien berichteten. Fünf von ihnen brachten in Relation zu ihrer Größe nicht das vorgeschriebene Mindestgewicht auf die Waage. Die Bezirksregierung von Madrid, die die Modewoche mitfinanziert, hatte vor rund zwei Wochen ein entsprechendes Verbot erlassen, weil sie fürchtet, dass die Models ein schlechtes Vorbild sein könnten und zu Magersucht animierten.

Staatliche spanische Ernährungsexperten nahmen die Kontrolle am Samstag vor. Sie stützten sich dabei auf Kriterien der Weltgesundheitsorganaisation (WHO) aufgestellt worden sind. Demnach durften die Models einen Körpermaßindex von 18 (beispielsweise 56 Kilo bei einer Größe von 1,75 Metern) nicht unterschreiten. Die bisher einmalige Vorschrift bei einer großen internationalen Modenschau hatte in der vergangenen Woche scharfe Kritik aus Paris und New York laut werden lassen. So verwehrte sich etwa der Präsident des französischen Modeverbands, Didier Grumbach, scharf gegen derartige Regelungen.

Auf der vergangenen "Pasarela Cibeles" hatten die dünnen Models mit Kleidergröße 34 und 36 eine heftige Diskussion in Spanien ausgelöst, als sie im Fernsehen sagten, ihre Karriere sei bedroht, wenn sie zunähmen. Nach Angaben der Madrider Regionalregierung hätten zwischen 30 bis 40 Prozent der Models, die damals auftraten, wegen der neuen Kriterien in diesem Jahr nicht mehr mitmachen dürfen. Die weltweit renommierten Madrider Modenschauen finden von Montag bis Freitag in einem Pavillon im Retiro-Park statt. (tso/AFP)

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