Mexiko : 35 Kinder bei Brand gestorben

Eine Kindertagesstätte in Mexiko geht in Flammen auf. Mindestens 35 Kinder und Babies kamen bei dem Unglück ums Leben, 40 Kinder und fünf Erzieher wurden mit schwer verletzt.

Sandra Weiss[Mexiko-Stadt]

Der Feuerwehrmann steht unter Schock. „Wo ist nur Gott geblieben?“ fragt er. Er hatte beim Löschen der brennenden Kindertagesstätte ABC im nordmexikanischen Hermosillo geholfen. Mindestens 35 Kinder und Babies kamen bei dem Unglück ums Leben, 40 Kinder und fünf Erzieher wurden mit schweren Verbrennungen und Rauchvergiftungen auf die Intensivstationen der umliegenden Krankenhäuser gebracht.

Der Brand war gegen 15 Uhr offenbar in einem Nachbargebäude ausgebrochen und hatte rasch auf die Kindertagesstätte übergegriffen. Das jüngste der Opfer war gerade einmal vier Monate alt, die ältesten drei Jahre. Die Kindertagesstätte in einem Industrieviertel von Hermosillo, die im Auftrag der staatlichen Sozialversicherung arbeitete und vor allem die Kinder von Arbeitern und Angestellten umliegender Firmen und Behörden aufnahm, hatte eine Kapazität von 150 Kindern. Zum Zeitpunkt des Unglücks – Mittagessenszeit in Mexiko – hatten zahlreiche Eltern ihre Kinder aber schon abgeholt. Die übrigen Kinder hielten zum Großteil Mittagsschlaf. Unklar war zunächst, wie der Brand entstanden war und warum die Kinder nicht rechtzeitig aus der Kindertagesstätte gebracht werden konnten. Nachbarn erzählten örtlichen Medien, es hätte ein riesiges Chaos geherrscht. Ein Teil des Dachs sei eingestürzt.

Die Kindergärtnerinnen seien schreiend durch die Rauchschwaden gerannt. Sie hätten verzweifelt versucht, die Türe zu öffnen, doch es sei ihnen nicht gelungen. Von außen hätten die Nachbarn mit Unterstützung der rasch herbeigeeilten Rettungskräfte deshalb mit ihren Autos die Mauern des Gebäudes zum Einsturz gebracht, um die Kinder aus den Flammen zu retten.

Augenzeugen zufolge brach der Brand in einem benachbarten Warenlager aus. „Wir haben zuerst eine Explosion gehört, vermutlich eines Autos, und dann brannte es“, erzählte der Besitzer eines benachbarten Reifengeschäfts.

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