• Milchpulverskandal: Verdächtige Kekse aus China in acht Bundesländern entdeckt

Milchpulverskandal : Verdächtige Kekse aus China in acht Bundesländern entdeckt

Der weltweite Lebensmittelskandal weitet sich aus. Es wurden verseuchte Milchkekse der Marke "Koala" aus dem deutschen Handel genommen. Währenddessen ziehen immer mehr Staaten chinesische Milchprodukte aus dem Verkehr.

Berlin/PekingNach dem Fund von Melamin-verseuchten Bonbons aus China in Baden-Württemberg sind auch in sieben weiteren Bundesländern verdächtige Süßigkeiten aufgetaucht. Chinesische Kekse der Marke "Koala" seien über einen niederländischen Importeur nach Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg gelangt, teilte das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Auch in Russland, den Philippinen und Taiwan wirkte sich der Skandal um chinesische Milch aus.

Ministerium: Verzehr von zwei Kilogramm Milchkeksen sei lebensgefährlich

Die deutschen Behörden wurden über das EU-Schnellwarnsystem informiert, dass ein niederländischer Importeur "Koala"-Kekse aus China in acht Bundesländer geliefert habe, gab das Verbraucherschutzministerium bekannt. In den Keksen seien offenbar fünf Milligramm Melamin pro Kilogramm enthalten. Dies werde in den einzelnen Bundesländern jedoch noch überprüft. Bereits am Dienstag waren "Koala"-Kekse in den Niederlanden gefunden worden. Laut niederländischer Lebensmittelaufsicht war die nachgewiesene Melamin-Menge allerdings gering. Nur der tägliche Verzehr von zwei Kilogramm dieser Kekse würde Kinder demnach gefährden.

In Dortmund, Bochum und Cottbus wurden Behördenangaben zufolge beanstandete Bonbons der Marke "White Rabbit" entdeckt.  Das Verbraucherschutzministerium warnte, hoher Verzehr von Bonbons der Marke "White Rabbit" über einen längeren Zeitraum könne der Gesundheit schaden. In Bayern und Niedersachsen konnten die Behörden bisher kein Melamin in den Karamellen "White Rabbit" nachweisen. Der Melamin-Fund in den chinesischen Milchbonbons aus einem Stuttgarter Geschäft war der bundesweit erste Fall. Der Hersteller hatte nach Melamin-Funden auch in Belgien am Mittwoch die Bonbons weltweit zurückgerufen.

Weltweit ziehen Staaten chinesische Milchprodukte aus dem Verkehr

Der Melamin-Skandal wirkte sich auf weitere Länder aus. In Russland wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag 1,7 Tonnen chinesischen Milchpulvers beschlagnahmt, die trotz Importverbots für alle Milchprodukte aus China ins Land gebracht worden waren. In den Philippinen wurden Milchprodukte der Marken Yili und Mengniu aus dem Verkehr gezogen, die nach Behördenangaben wahrscheinlich ins Land geschmuggelt worden waren.

In Taiwan kam Gesundheitsminister Yeh Ching-chuan ins Krankenhaus, nachdem er offenbar wegen des Umgangs seiner Regierung mit dem Melamin-Skandal von aufgebrachten Parlamentariern angegriffen wurde. Ein Abgeordneter der Regierungspartei machte Abgeordnete der Demokratische Fortschrittspartei (DPP) für den Angriff verantwortlich, die den Vorwurf zurückwies. Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé kritisierte die taiwanische Regierung für das Verkaufsverbot von sechs Nestlé-Produkten, die erwiesenermaßen unbedenklich seien.

Peking ruft exportiertes Milchpulver zurück

Auch die chinesischen Behörden hätten Milchpulver aus dem Ausland zurückgerufen, zitierten diplomatische Kreise in Peking einen der Vize-Gesundheitsminister. Die Rückrufaktion sei nur eine "Vorsichtsmaßnahme", da alle chinesischen Milchprodukte seit dem 14. September den Sicherheitsanforderungen entsprächen. In China waren durch Milchpulver, das zur Vortäuschung eines höheren Proteingehalts Melamin enthielt, mindestens 53.000 Kinder erkrankt.  Vier von ihnen starben bislang. (ml/AFP)

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