Mission zur ISS : Für Faulenzerei im All ist wenig Zeit

Washington - Zwei Jahre lang hat sich Thomas Reiter auf seinen neuen Flug ins All vorbereitet, nun soll es endlich soweit sein: Am Samstag um 21.49 Uhr MESZ soll der deutsche Astronaut vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral mit der Raumfähre Discovery zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Der Starttermin des Space Shuttle steht wie immer unter dem Vorbehalt, dass das Wetter mitspielt und keine technischen Probleme auftreten. Maximal hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zunächst bis zum 19. Juli Zeit, die Raumfähre auf die Reise zu schicken. Dann schließt sich das erste Zeitfenster für den Start wieder. Der Abflug wäre dann erst wieder ab dem 28. August für zweieinhalb Wochen möglich. Die Zeitfenster für den Start der Shuttles werden durch die Position der ISS in der Erdumlaufbahn und die Flugbahn der Fähre bestimmt.

Am dritten Tag ihrer Reise soll die Discovery an der Raumstation eintreffen und andocken. Reiter wird dann in die Crew der ISS überwechseln, die bislang aus dem Russen Pawel Winogradow und dem Amerikaner Jeffrey Williams besteht; die sechs US-Astronauten, die zusammen mit dem Deutschen zur ISS fliegen, sollen dagegen alle wieder mit der Discovery zurückkehren. Insgesamt soll die Raumfähre neun bis zehn Tage an die Raumstation angedockt bleiben.

In dieser Zeit sollen die US-Astronauten Michael Fossum und Piers Sellers zwei bis drei Weltraumspaziergänge unternehmen. Dabei sollen sie unter anderem Reparaturmethoden für den Hitzeschutzschild des Shuttles testen. Reiter wird derweil vor allem mit der Verladung von Fracht aus der Discovery in die ISS beschäftigt sein. Zu dieser Ladung gehören mehrere europäische High-Tech-Experimentiergeräte.

An Tag 11 oder 12 der Mission soll die Discovery wieder von der ISS ablegen und innerhalb von zwei Tagen nach Cape Canaveral zurückfliegen. Reiter soll danach noch sechs bis sieben Monate im All bleiben. Der Deutsche soll in dieser Zeit zusammen mit dem US-Kollegen Williams einen Weltraumspaziergang absolvieren, für den unter anderem Installations- und Wartungsarbeiten an einem Radiator und einer Infrarotkamera vorgesehen sind.

Auch ansonsten ist in der ISS wenig Zeit für Langeweile: Reiter wird mit einer ganzen Reihe wissenschaftlicher Experimente beschäftigt sein. (tso/AFP)

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