Welt : Mobiltelefone: Handys für Kinder immer wichtiger, so Wissenschaftler

Ein Mobiltelefon zu haben, kann Kinder gesundheitlich gefährden - kein Handy zu haben, kann für den Nachwuchs jedoch soziale Probleme nach sich ziehen. Dies berichteten am Donnerstag zwei Wissenschaftler aus Mannheim und Kopenhagen.

Nach Ansicht des deutschen Krebsexperten Klaus Schlaefer sollten Kinder und Jugendliche nicht zu viel mit Handys telefonieren. Zwar sei noch unklar, wie gefährlich die Strahlung sei. Jedoch bestehe die Möglichkeit, dass sich bereits bestehende Hirntumore durch die Wellen schneller entwickeln, sagte der Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Da sich das Gewebe junger Menschen noch sehr stark verändere, sei es besonders gefährdet. Derzeit gehe man jedoch nicht davon aus, dass die elektromagnetischen Felder Krebs auslösen können. Klarheit soll eine groß angelegte Studie bringen, die Anfang Oktober in 14 Ländern startet. Konkrete Ergebnisse werden 2003 erwartet.

Dänische Kinder ohne eigenes Handy sind laut Carsten Jessen, Wissenschaftler an der pädagogischen Hochschule Kopenhagen, als "Außenseiter" sozial gefährdet und vom Ausschluss aus dem Freundeskreis bedroht. In einem vierjährigen Forschungsprojekt hatte er die Auswirkungen von Mobiltelefonen auf den Alltag von Kindern untersucht. In der Zeitung "Jyllands-Posten" sagte Jessen am Donnerstag, ab der 6. Klasse spielten sich Kontakte aller Art einschließlich Verabredungen inzwischen zu einem großen Teil über Handys ab.

"Verantwortungsbewusste Eltern sollten eigentlich jedem ihrer Kinder ab zwölf Jahren ein Mobiltelefon geben, damit es unter Gleichaltrigen nicht isoliert wird", meinte der Pädagoge. "Jyllands-Posten" ermittelte in einer zufällig ausgewählten Gesamtschule der Stadt Randers, dass in der 6. Klasse 59 Prozent und in der 7. Klasse 81 Prozent aller Schüler ein eigenes Handy hatten.

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