Fashion Week - kurz notiert : Michael Michalsky: Glitzertops und Korsagen

In Berlin geht Fashion Week am Freitag in ihr Finale, der Abschluss gehört Michael Michalsky - mit einer Riesenshow. Lesen Sie in unserem "kurz notiert" was unsere Modeexperten in den letzten Stunden auf der Fashion Week erleben, sehen und was sie zum Staunen bringt.

von , und Lisa Kober, Regina Lechner, Franziska Deus, Wlada Kolosowa
Der Meister verabschiedet sich. Michael Michalsky am Freitagabend im Tempodrom - noch vor der Party danach.
Der Meister verabschiedet sich. Michael Michalsky am Freitagabend im Tempodrom - noch vor der Party danach.Foto: dpa

Die Mode ist in Berlin angekommen: 14 Messen, mehr als 50 Modenschauen, Shop-Eröffnungen und Ausstellungen. Im "kurz notiert" lesen Sie kleine Eindrücke unserer Moderedakteure.

Und MIchael Michalsky landet nun auch - das war es!!!

Jetzt kommt das Muster: Schmetterlinge und applizierte Blumen auf schwarzem Seidenkleid - für den Ball im Raumschiff - dazu die passenden Hüte, glatte Schalen und kleinem Schirm vorne. Jetzt kommt nur noch Michael Michalsky zum Verbeugen. Dann wird bis zum Morgengrauen gefeiert. Getreu dem Motto: Burning down the House! Yeah! Das war es mit dieser Fashion Week!

Das Raumschiff ist gelandet

Jetzt aber wirklich: die Damen von Michalsky lassen nicht mehr lange auf sich warten. Das Raumschiff ist gelandet. Weiße Korsagenkleider, Glitzertops, Smokingjacken aus Meshstoffe mit silberfarbenem Kragen und ebensolchen Pumps. Schwarz-weißes Cape wie von Frau Comander ausgeliehen - das sind auf jeden Fall die richtigen Frauen für die Männer der ersten Schau - keine ätherischen Elfen...

Große Show. Die Necomer-Band School singt bei Michalsky.
Große Show. Die Necomer-Band School singt bei Michalsky.Foto: dpa

Jetzt hat Esther ausgesungen und jetzt kommt noch eine Band

Jetzt singt Esther und gleichzeitig wird ihre Mode gezeigt, das ist lustig und die Sachen sehen ein bisschen aus wie für eine Berliner Fassung von Les Miserables gemacht. Viel grau und schwarz.. Und jetzt gibt es noch eine Sensation. Noch eine Band. Aus England. Aber erst einmal wird umgebaut - was für eine Show.

Vielleicht sollten mehr Designer singen...

Hübscher Sprechgesang, Esther Perbandt...

Da läuft es sich gut. Im Tempodrom beim Michael.
Da läuft es sich gut. Im Tempodrom beim Michael.Foto: dpa

Was für ein Sixpack!

Das ist mal ein beeindruckendes Sixpack! Und das erste der Fashion Week - aber seit der letzten Saison arbeitet Michalsky ja auch mit McFit zusammen - die haben gemeinsam eine Männermodelagentur gegründet und da casten sie wahrscheinlich direkt an den Gewichten... Jetzt aber Esther Perbandt - besonders viel Applaus aus den oberen Rängen

Endlich Mode: Jetzt wird auch auf dem Laufsteg gelaufen

Jetzt kommt gleich zum ersten Mal Mode! Das kann Michalsky ja ziemlich gut, er will ja schließlich selbst gut aussehen. Anzüge für Collegeboys, Segler für seine Linie "Atelier Michalsky". Deshalb steht auf den Jacken ganz groß A - dazu Kraftwerk für die Models - die wie immer bei Michalsky kleine Jungchen sind. Das ist alles ziemlich gute Männerware.

Klaus Wowereit schaut weg

Da läuft noch mal der Investor und Geschäftsführer die ersten Reihen ab - und begrüßt ein paar Promis persönlich, jetzt geht es los mit der Berliner Band - die nicht Esther Perbandt ist. Blonde Frau - die gibt echt alles und Klaus Wowereit guckt trotzdem in die andere Richtung...

Finale mit Musike! Ester Perbandt singt

Das ist hier auf jeden Fall ein großes Spektakel - lauter sehr aufgebrezelte Menschen. Wo kommen die alle her und wo wollen die hin? Wahrscheinlich erstmal nirgendwohin - jetzt bittet eine sonore Stimme vom Band "Please take your Seats" - Paillettenkleidchen bis hoch in den letzten Rang - ob das Tempodrom das schon mal gesehen hat? Jetzt kommt erst einmal Esther Perbandt - die Designerin ist jetzt auch Sängerin in Ihrer eigenen Band - so was gefällt Michalsky. Warum hat er eigentlich noch keine Band gegründet?

Das Tempodrom ist voll!

Michael Michalsky hat den allergrößten Auftritt, die Ränge im Tempodrom sind voll. Auch der bestuhlte Innenraum.

Grüßt euch! Eva Padberg war auch auf Michalskys Roten Teppich.
Foto: dpa

In Deutschland "weltberühmt" - die Prominenz besucht Michalsky

Alle sind sie da von Sarah Wiener, Caroline Beil bis Mario Barth. In Deutschland (und Österreich) weltberühmt, posierten sie vor der Michalsky Stylenite im Tempodrom für die Fotografen. Dann kann es ja losgehen...

Am seidenen Faden - Berliner Designer

Jede Saison ist das Seidenkleid für Berliner Designer eine sichere Bank. Aber man konnte in dieser Woche auf der Fashion Week noch viele weitere stilistische Gemeinsamkeiten entdecken. Eine Zusammenfassung unser Autorinnen Regina Lechner und Grit Thönnissen.

Michael Michalsky hat das letzte Wort

... wer sonst. Die Vorbereitungen auf die Michalsky Stylenite im Tempodrom laufen. Um 21 Uhr soll es losgehen.

Bye, bye Bread and Butter

Schnellfazit: Insgesamt präsentierten sich rund 2500 Aussteller auf 15 einzelnen Messen. Die Bread & Butter, will ja künftig nur noch im Sommer in Berlin dabei sein, im Winter zieht sie nach Barcelona.

Marina Hoermanseder wird noch einmal gefeiert und feiert

Am Montag hat sie noch den Premium Young Designers Award bekommen und am Freitag dann schon zum zweiten Mal Standing Ovations vom Publikum für ihre Runway Show: Marina Hoermanseder zeigte eine weibliche Pastellkollektion mit 50er Jahre Silhouetten und den für ihr Label typischen Bondage-Elementen. Außerdem gab es etwas Neues auf dem Laufsteg zu sehen: die Designerin zeigte Röcke aus Stein. Mit einer speziellen Technik wurde Schiefer hauchdünn abgetragen und auf Mikrophaser geklebt, schwer sind die Teile allerdings nicht. Was sie nach der Show vorhat? Erstmal ordentlich feiern.

Vielen Dank! Marina Hoermanseder (r.) zeigt sich mit ihren Models nach der Präsentation ihrer Kollektion für Frühjahr/Sommer 2015.
Vielen Dank! Marina Hoermanseder (r.) zeigt sich mit ihren Models nach der Präsentation ihrer Kollektion für Frühjahr/Sommer 2015.Foto: dpa

Fashion in Concert, am Freitagabend

Der junge Designer Christian Schinnerl ließ sich von der Hip-Hop-Mode der Neunziger Jahre inspirieren, als er seine erste Damenkollektion „Noods“ (kein Schreibfehler) entwarf. Herausgekommen ist keine unförmige Baggy-Pants, sondern ein kunstvoller Lagenlook, der den Körper umspielt. Schinnerl stellt seine Kollektion am heutigen Freitagabend erstmals in Berlin vor, dazu gibt es ein Konzert, bei dem Beatboxer Fatih Sahin, DJ Qubo und die Gruppe The Trouble Notes auftreten: 21 Uhr, St. Georg, Ritterstr. 26, Kreuzberg, www.stgeorg-berlin.com. Da kann natürlich nur hin, wer nicht zu Michael Michalsky kann, denn der hat seine Show ebenfalls heute Abend um 21 Uhr...

Sci-Fi-Prinzessinen aus der Vergangenheit

Die Frauen, von denen sich Roshi Porkar inspirieren ließ, haben keine Traummaße – zumindest nach heutigen Standards. Die Baktrischen Prinzessinnen aus Stein stammen aus einem mittelasiatischen Reich, das schon vor Jahrtausenden unterging. Die Miniskulpturen haben schwere Körper, die in ausladende Roben gehüllt sind. Die 26-Jährige Wienerin mit persischen Wurzeln entdeckte sie auf der Documenta und war angetan von ihren ungewöhnlichen Silhouetten. Jetzt zeigte sie erstmals auf der Fashion Week in Berlin.

Märchenhaft. Roshi Porkar zeigte zum ersten Mal in Berlin.
Märchenhaft. Roshi Porkar zeigte zum ersten Mal in Berlin.Foto: dpa

Wo das Gold auf der Wiese wächst

Designerin Saruul Fischer erzählt bei uns über den Einfluss ihrer Herkunft auf ihre Arbeit. Ihre Heimat, die Mongolei, ist auch die Grundlage ihres Labels Edelziege.

Georgia May Jagger läuft bei der Reserved Party

Nach der Show von Vladimir Karaleev am Donnerstag Abend zogen viele Gäste noch weiter zur Party des Labels Reserved. Die Kette kommt ursprünglich aus Polen und ist in Osteuropa bereits weit verbreitet. Jetzt will man auch in Deutschland expandieren. Zunächst gibt es die Kleider nur online, bis im Herbst die ersten Geschäfte eröffnen. Das Gesicht der Reserved-Kampagne im kommenden Herbst ist Georgia May Jagger. Die Tochter von Rolling Stones-Sänger Mick Jagger trat bei der Launch-Party in der Münze auch live auf und führte einige Outfits auf dem Laufsteg vor.

 

Wir verlosen Karten für die AMD-Show heute Abend in der Leipziger Straße

Über ihre Heimatstädte berichten vier Absolventinnen der Akademie für Mode und Design (AMD) aus Hamburg, München, Berlin und Düsseldorf, Lisa Kober hat es aufgezeichnet: "Hoch die Klischees." Wer heute mit Begleitung, also am Freitag, die AMD-Show in der Leipziger Straße 19 Uhr in Mitte im Museum für Kommunikation sehen möchte, der schreibe doch bitte bis 15 Uhr eine Mail an: mode@tagesspiegel.de, Stichwort: AMD-Karten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Natürlich. 2 mal 2 Karten haben wir noch zu vergeben.

Nicht ohne meine Latschen!

Kaum ein Schuh erregt die Gemüter so sehr wie der Croc. Wer ihn trägt, sieht aus, als habe er einen Plastikhuf mit Käselöchern an. Trotzdem oder gerade deswegen wurde er zum Verkaufsschlager. Das New York Magazine wählte ihn auf den ersten Platz seiner Liste der hässlichsten Schuhe. Im Internet gibt es Videos, in denen Crocs-Hasser die Schuhe verbrannten. Gedanken zum Thema von Wlada Kolosowa: "Nicht ohne meine Latschen".

Die Laufen und Laufen. Die Form wechselt, und nur noch zwei Paar sind aktuelle bei der Fußball-WM.
Die Laufen und Laufen. Die Form wechselt, und nur noch zwei Paar sind aktuelle bei der Fußball-WM.Foto: Reuters

Gegensätze ziehen sich an: Augustin Teboul

Odély Teboul ist die Lebhafte, Augustin die Zurückhaltende. Gemeinsam wird was draus, findet unsere Autorin Lisa Strunz in ihrem Artikel "Ein Traum in schwarz".

Volle Reihen bei Hien Le zum Auftakt des Freitags

Hien Le eröffnet den letzten Tag der Modewoche, keine leeren Reihen. Die meisten Modeleute haben heute schon frei - die Messen sind vorbei, die wichtigsten Schauen auch. Also kann man sich noch ein wenig im Erika-Heß-Eisstadion vergnügen. Gefeiert wurde der Designer dann auch wie nach einer gelungenen Präsentation von seinen Kommilitonen. Denn die Kollektion hatte ein paar Hänger - das schlichte, das den Designer auszeichnet, war diesmal entweder sehr auf Verkäuflichkeit getrimmt oder fast madamig, schön waren die Blousons aus Meshstoff und aus einem melierten Leinen.

Auf der Terrasse mit Vladimir Karaleev

Kronprinzenpalais, die dritte. Vladimir Karaleev ließ seine Models über die Terrasse laufen - das er eine der ambitioniertesten Kollektionen zeigt, kann man daran sehen, Das seine Berliner Kollegen so zahlreich erschienen waren. Und sie wurden nicht enttäuscht: Nicht mehr so komplex war es, aber trotzdem zum immer weiter hingucken schön.

Nomaden-Disco-Entwürfe - die Udk-Absolventen präsentierten sich

Die Absolventen der Universität der Künste präsentierten am Donnerstagabend ihre Show im Erika-Heß-Stadion. In den Reihen wurde viel gegähnt, abends um halb zehn hatten die meisten Gäste schon einen vollgepackten Modetag hinter sich. Doch sobald die Musik einsetzte, waren alle wieder hellwach. Komplimente gingen danach an den Musikmann David Ducaruge, den heimlichen Star des Abends. Zwischen den Abschlussarbeiten wurden Projektarbeiten gezeigt, von denen einige sogar origineller und interessanter waren, als die Abschlussarbeiten selbst. Es gab Bomberjacken im Kettenhemdstil, eine herrlich ironische Handtuchkollektion und orientalische Nomaden-Disco-Entwürfe zu sehen, alle drei Ideen ernteten verdient lauten Applaus. Nach fast einer Stunde Mode brummte der Kopf ein wenig, aber zum Glück sortiert sich das Gehirn über Nacht selbst und behält nur die Bilder, die überzeugen. 

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