Welt : Moderatoren „am Boden zerstört“

Krankenschwester soll in Indien beigesetzt werden.

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Mel Greig weint im Interview. Foto: AFP Foto: AFP
Mel Greig weint im Interview. Foto: AFPFoto: AFP

London - Die australischen Radio-Moderatoren Mel Greig und Michael Christian haben in einem Interview nach dem Tod der Krankenschwester Jascintha Saldanha Reue gezeigt: „Keine Minute vergeht, in der ich nicht an ihre Familie denke und was sie nun durchmachen muss“, sagte Greig, der Tränen übers Gesicht strömten. „Es war der schlimmste Anruf meines Lebens.“ Christian beschrieb die Stimmung der beiden Moderatoren als „völlig am Boden (...) mit gebrochenem Herzen“. Ihre Sendung wurde eingestellt.

Fünf Sekunden nur war die 46-jährige Krankenschwester am Telefon, als die Australier morgens um 5.30 Uhr im King-Edward-VII-Krankenhaus anriefen. Mel Greig gab sich als Queen aus, die sich nach dem Wohlbefinden ihrer Schwiegertochter erkundigen wolle. „Ja, M’am“, sagte Jacintha artig und stellte durch. Nun glauben ihre Angehörigen, dass sie sich aus „Scham“ das Leben genommen hat. „Sie war eine rechtschaffene Person“, sagte ihr Bruder Naveen. Die erfahrene Krankenschwester habe sich nicht verziehen, dass sie ihre Kollegin unwissentlich in die Situation brachte, private Details über den Zustand der schwangeren Catherine, Herzogin von Cambridge, preiszugeben. Jacinthas 14-jährige Tochter Lisha schrieb auf ihrer Facebook-Seite: „Du fehlst mir. Ich liebe dich.“ Ihre Mutter soll in Indien beigesetzt werden.

Derweil begann die Jagd nach einem Sündenbock. Der Radiobetreiber Southern Cross Austereo behauptet, vor Ausstrahlung des Zwei-Minuten-Anrufs beim Krankenhaus um eine Sendegenehmigung gebeten zu haben. Nach dem australischen Rundfunkgesetz dürfen heimlich aufgenommene Gespräche nur mit Zustimmung der Betroffenen gesendet werden, sofern diese „identifizierbar“ sind. Das Krankenhaus betont, niemand habe angerufen, eine Genehmigung hätte es auch nie gegeben. Australische Zeitungen werfen der britischen Presse vor, eine „Hexenjagd“ auf die Moderatoren eröffnet zu haben, die nicht wissen konnten, dass sich die Schwester den Anruf so zu Herzen nimmt. Britische Medien sprechen von einem „grausamen“ Streich. Premier David Cameron sagte: „Ich war vollkommen schockiert, als ich von dem Suizid erfuhr.“ Bislang war die Ursache für den Tod der Frau nicht offiziell bestätigt worden.

Wie die Tragödie auf die Herzogin von Cambridge wirkt, kann man nur vermuten. In der offiziellen Stellungnahme war von der „tiefen Trauer“ des Paares die Rede. Prinz William musste am Samstag seine Teilnahme an einem Militärspektakel absagen, da Kate einen Rückfall hatte, teilte der St.-James’s-Palast mit. Die Schwangerschaftsübelkeit „Hyperemesis gravidarium“ sei eine „wiederkehrende Krankheit“, regelmäßige Gesundheitsbulletins über Kates Zustand würden aber nicht veröffentlicht. Matthias Thibaut

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