Müllkrise : Schweiz will Abfall aus Neapel importieren

Jetzt soll die Schweiz dem Nachbarland Italien aus der Müllkrise helfen: Die Alpenrepublik will die italienischen Abfallberge aus Neapel in den Entsorgungsanlagen der Alpenrepublik verbrennen.

BernDer Müll, der sich in den Straßen von Neapel türmt, könnte schon bald in der Schweiz entsorgt werden. Derzeit verhandeln ein Verband von 14 Müllverbrennungsanlagen aus der deutschsprachigen Schweiz sowie Müllentsorger aus Genf und Lausanne mit der italienischen Stadt, bestätigte ein Verbandssprecher heute einen Bericht der "Basler Zeitung". Laufe alles nach Plan, könnte der italienische Müll bereits im Februar importiert werden. 

Die Schweizer Anlagen haben die entsprechenden Kapazitäten frei. Ihnen drohen sogar Überkapazitäten, da Deutschland eigene Anlagen baut und der Import von deutschem Müll wegfällt. In Neapel haben sich in den vergangenen Wochen 110.000 Tonnen Müll angehäuft. Gemessen an den 3,5 Millionen Tonnen, die pro Jahr in der Schweiz verbrannt würden, sei dies keine große Menge, sagte Ammann. 

Der neapolitanische Müll würde auf 15 bis 20 Anlagen in der Schweiz verteilt. Aus ökologischer Sicht wäre die Verbrennung des Mülls in der Schweiz laut Ammann sinnvoll. Bei der offenen Verbrennung des Mülls in Neapel werde 1000 mal mehr Dioxin freigesetzt als bei der Verbrennung in einer Schweizer Anlage. Schweizer Anlagen stießen weniger als 0,1 Nanogramm Dioxin pro Kubikmeter Abgase aus.

Auch die CO2-Bilanz wäre laut Ammann positiv, insbesondere weil der Müll mit dem Zug transportiert würde. "Der Abfall aus Neapel würde die Umweltbelastung in der Schweiz praktisch nicht erhöhen", sagte Ammann. (jam/dpa)

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