Nach Prügelattacke : Hamburger Polizei stockt Personal auf

Von den drei Männern, die in der Silvesternacht einen 42-Jährigen auf einem Hamburger S-Bahnhof schwer verletzt haben sollen, fehlt noch jede Spur. Die Polizei hat mehr Beamte auf den Fall angesetzt.

Auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel wurde ein Mann krankenhausreif geschlagen.
Auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel wurde ein Mann krankenhausreif geschlagen.Foto: dpa

Nach der brutalen Attacke auf einen 42-Jährigen an einem Hamburger S-Bahnhof hat die Bundespolizei zur Aufklärung des Falls das Personal aufgestockt. Zusätzlich im Einsatz seien nun die Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit und die Zivile Fahndungsgruppe der Bundespolizei, sagte Polizeisprecher Rüdiger Carstens am Montag auf Anfrage. Um wie viele Einsatzkräfte es sich genau handelt, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Unterdessen sind die Täter weiterhin auf der Flucht.

Derzeit wertet die Polizei die Videoaufzeichnungen vom Bahnsteig aus, auf dem die mutmaßlichen Täter gut zu erkennen sind. Aufgrund der Medienberichterstattung seien erste Hinweise eingegangen, von denen „der ein oder andere vielversprechend“ sei, sagte Carstens. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Bundespolizei nach wie vor unter der Telefonnummer 040 / 66 99 50 55 55 entgegen. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Ersten Untersuchungen zufolge stiegen in der Silvesternacht drei südländisch aussehende junge Männer im Alter von etwa 18 bis 23 Jahre am Hamburger Hauptbahnhof in die S3 Richtung Harburg ein. Dann sollen sie einen älteren Mann beschimpft haben. Als der 42-Jährige den Streit schlichten wollte und daraufhin gegen 1.20 Uhr am S-Bahnhaltepunkt Veddel die Bahn verließ, wurde er von den Tätern attackiert. Die drei Männer sollen auf ihr Opfer eingeschlagen und eingetreten haben. Die Polizei fand den Polen bewusstlos auf dem Bahnsteig.

Das Opfer erlitt eine Schädelprellung sowie Hautabschürfungen am ganzen Körper. Lebensgefahr besteht nach Auskunft der behandelnden Ärzte nicht. Der 42-Jährige wurde im Krankenhaus von Ermittlern befragt. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung und kann den Angaben zufolge das Krankenhaus bald wieder verlassen.

In München hatte es im September 2009 einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals stellte sich Dominik Brunner in der S-Bahn schützend vor vier Schüler, die von Jugendlichen bedroht wurden. Am Sollner S-Bahnhof wurde der 50 Jahre alte Manager dann in eine brutale Schlägerei mit den beiden Jugendlichen verwickelt und starb wenige Stunden später im Krankenhaus. (dapd)

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