Namenspatent : Wikileaks-Chef Assange beantragt eigene Marke

Wohl um seinen Marktwert nicht anderen zu überlassen, hat der Mann, der die Freiheit der Information über fast alles stellt, jetzt Markenschutz beantragt: Für seinen Namenszug und für Wikileaks.

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"Don't shoot the messenger" - oder gehört Assange endlich nach Schweden ausgeliefert, um sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren den Vorwürfen sexueller Übergriffe zu stellen?Weitere Bilder anzeigen
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16.08.2012 14:48"Don't shoot the messenger" - oder gehört Assange endlich nach Schweden ausgeliefert, um sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren...

Weiße Tassen mit seinem Konterfei und dem Schriftzug „Free Assange“ gibt es schon eine Weile länger. Lässig weite oder für Frauen entworfene körperbetonte T-Shirts, auf denen der Chef von WikiLeaks unter Che-Guevara-Mütze „Viva La Información“ fordert, füllen im offiziellen online-Shop die Kasse. Desgleichen Regenschirme, iPad-Schutzhüllen oder der organische Stoffbeutel. Noch größeres Geld soll ab April die Autobiografie abwerfen, und um Filmrechte wird vielerorts gefeilscht. Julian Assange hat Marktwert, auch Wikileaks, die Enthüllungsplattform.

Wohl um den (angesichts der Fülle von Problemen und Kosten) nicht anderen zu überlassen, hat der Mann, der die Freiheit der Information über fast alles stellt, jetzt Markenschutz beantragt: Für seinen Namenszug und für Wikileaks. Markenschutz für den eigenen Namen, dafür waren bislang Nicole Kidman oder Fußball-Beau David Beckham gut geeignet. Aber Julian Assange? Selbst in den USA, am ehesten verdächtig, sind Politiker, die sich ihren Namen branden lassen, eine Rarität, wie US-Patentanwälte aus gegebenem Anlass jüngst versicherten. Da gibt es keine Marke Obama.

Aber, ginge es nach Sarah Palin, eine Marke „Sarah Palin“ könnte immerhin bald geschützt sein. Und eine „Bristol Palin“, Tochter der Rechtsaußen-Politikerin. Die Ex-US-Vizepräsidentschaftskandidatin hat mit Datum vom 5. November 2010 ihren Antrag beim US-Patentamt eingereicht. Den bekam sie gleich wieder zurück. Der Beleg dafür, wofür der Name als Marke schützenswert sei, habe nicht erbracht werden können. Jetzt darf Palin sechs Monate bessere Belege sammeln. Dann kann sie erneut einreichen. Diesmal allerdings unterschrieben, beim ersten Mal fehlte die Unterschrift. Politische Beben in den USA hat auch Anna Chapman ausgelöst.

Wenn auch nicht so nachhaltig wie Julian Assange mit den Enthüllungen geheimer US-Dokumente. Chapman war als Mitglied eines russischen Spionagerings aufgeflogen. Jetzt hat Russlands prominenteste Ex-Agentin einen Antrag auf Markenschutz gestellt. Sie indes strebt nur noch rein weltliche Ziele an: So die Vermarktung von Hautcremes, Kinderpuppen oder Biersorten. Assange dagegen beantragt Namensschutz für Journalismus, Bildung oder Entertainment. Und er macht eine feine Unterscheidung. Nur bei „WikiLeaks“ hat er den Markenschutz fürs Spendensammeln beantragt.

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