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Naturkatastrophe : Mindestens sechs Tote bei Taifun in Japan

Der Wirbelsturm "Roke" ist auf japanisches Festland gestoßen und hat bislang sechs Menschen das Leben gekostet. Mehr als eine Million Japaner wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Auch die Katastrophenregion um Fukushima ist bedroht.

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21.09.2011 09:51Satellitenbild: Das Auge von Taifun "Roke".

Der heftige Taifun „Roke“ ist am Mittwoch auf die japanische Küste getroffen und hat mindestens sechs Menschen in den Tod gerissen. Die Behörden des Landes forderten mehr als eine Millionen Einwohner auf, sich vor den heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und starken Sturmböen in Sicherheit zu bringen.

Einige der Opfer wurden laut Medienberichten von angeschwollenen Flüssen fortgerissen. In der Industriestadt Nagoya fiel ein 66-Jähriger vom Dach eines Hauses, als er eine Dachrinne von Trümmerteilen befreien wollte. In der Provinz Saga wurde ein 71-Jähriger über Bord seines Fischerbootes gerissen, als er es bei den starken Stürmen festmachen wollte.

Der von den Behörden als „äußerst heftig“ eingestufte Taifun traf am frühen Nachmittag japanischer Ortszeit bei der Stadt Hamamatsu, rund 250 Kilometer südwestlich von Tokio, auf Land. Er bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von rund 40 Kilometern pro Stunde in nordöstliche Richtung. Der 15. Taifun der Saison hat an seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 Kilometern pro Stunde. Die Meteorologische Behörde warnte die Bevölkerung der größten Hauptinsel Honshu vor weiteren Überschwemmungen, Sturmböen sowie Erdrutschen und rief zu „höchster Wachsamkeit“ auf.

Der Wetterdienst erwartete, dass der Wirbelsturm mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Nordosten weiterzieht, wo die Atomruine von Fukushima liegt. Das Atomkraftwerk war am 11. März durch ein schweres Erdbeben und einem darauffolgenden riesigen Tsunami schwer beschädigt worden. 20.000 Menschen starben oder wurden als vermisst gemeldet.

Schon vor seinem Eintreffen auf japanischem Festland hat der Taifun „Roke“ vier Menschen das Leben gekostet. Im Zentrum und im Westen des Landes wurden nach Behördenangaben vom Mittwoch vier Leichen gefunden. Weitere zwei Menschen würden vermisst, darunter ein Junge, der auf dem Weg von seiner Grundschule nach Hause war. Die Behörden hatten 1,14 Millionen Menschen empfohlen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der japanische öffentliche Rundfunk berichtete. Wie viele Menschen dem Rat folgten, war unklar.

Im Vorfeld des Taifuns gingen in Japan heftige Regenfälle nieder, Wohngebiete und Straßen wurden überschwemmt. Fernsehbilder zeigten Menschen, die knietief im Wasser standen und von Feuerwehrleuten mit Schlauchbooten gerettet wurden. Der Zugverkehr kam teilweise zum Erliegen, Autobahnen mussten gesperrt werden. Für Mittwoch wurden in Japan mehr als 200 Flüge gestrichen.

Die Bevölkerung wurde wegen der durch „Roke“ drohenden heftigen Regenfälle, starken Winde und Erdrutsche zu äußerster Vorsicht aufgerufen. Die Industriemetropole Nagoya gab eine Evakuierungswarnung für 1,09 Millionen Einwohner heraus, da durch die erwarteten Niederschläge Überschwemmungen drohten.

Bereits Anfang des Monats hatte ein anderer Taifun den Westen Japans heimgesucht. Es gab mehr als 100 Tote und Vermisste. (dpa/AFP)

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