Welt : Naturkatastrophen: Es brodelt

Die Erde bebt. Am Wochenende wurden in Peru mehr als 40 Menschen getötet. Auch in Griechenland, Deutschland und den Niederlanden zittert die Erde und auf den Philippinen ist mit gewaltigen Explosionen der philippinische Vulkan Mayon erneut ausgebrochen.

Er hat über 11 000 Menschen in die Flucht getrieben. Nach Angaben des Vulkanologischen Instituts in Manila schleuderte der Berg am Sonntag Asche und glühendes Gestein kilometerweit in die Höhe. Die Abhänge strömte extrem heißes Geröll hinunter, das mehrere Ortschaften bedrohte. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus. Über Opfer als direkte Folge des Ausbruchs wurde zunächst nichts bekannt.

Die Steine, die der Vulkan in die Luft schleuderte, waren Augenzeugen zufolge teilweise so groß wie Lastwagen. Über dem Krater stand nach der zunächst heftigsten Explosion am Sonntagnachmittag eine 15 Kilometer hohe, graue Rauchsäule. Mehrere Ströme glühend heißen Gesteins bahnten sich mehr als vier Kilometer talwärts nach Südosten ihren Weg. In dieser Richtung liegt auch die Hauptstadt der Provinz Albay, Legaspi. Einige der Ortschaften am Fuße des Berges seien bereits in "extremer Gefahr", hieß es.

Die Behörden erwarten, dass die Aktivität des Vulkans noch ein bis zwei Wochen andauern und die Zahl der Flüchtlinge weiter steigen werde. Die Bewohner am Fuße des Mayon - dessen Namen sich aus dem Bikolano-Wort "Magayon", "der Schöne", herleitet - fanden derweil in vorbereiteten Notunterkünften Zuflucht.

Südamerika erzittert

Bei dem schweren Erdbeben in Peru sind mindestens 47 Menschen ums Leben gekommen und 544 verletzt worden. In den südperuanischen Provinzen Arquipa, Moquegua und Tacna sowie in der angrenzenden chilenischen Provinz Arica entstand bei dem Beben am Wochenende außerdem großer Sachschaden. In der Bevölkerung brach Panik aus. Experten warnten vor einer möglichen Flutwelle für Teile Südamerikas und Französisch Polynesien. Die deutsche Regierung hat am Sonntag offiziell Hilfe für die betroffenen Gebiete angeboten.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte in Colorado erreichte das Beben die außerordentlich hohe Magnitude von 7,9 auf der Richterskala. Das Geophysische Institut Perus gab diese aber nur mit 6,9 an. Das Epizentrum lag nahe der Küstenstadt Ocana rund 900 Kilometer südlich von Lima. In der peruanischen Hauptstadt war das Beben zwar noch zu spüren, richtete aber keine Schäden an. Angaben der peruanischen Zeitung "El Comercio" zufolge wurden in Moquegua 80 Prozent der Häuser zerstört. Viele Opfer wurden noch unter eingestürzten Häusern befürchtet. Erdbeben werden in der Region oft von Seebeben, die solche Flutwellen auslösen, begleitet. Deshalb versuchten in Arica, der nördlichsten Stadt Chiles, viele Menschen, so schnell wie möglich die Hügel der Pazifikstadt zu erreichen. Erdbeben sind in der Pazifikregion Nord-, Mittel- und Südamerikas sehr häufig. Ursache ist das Aufeinandertreffen mehrerer Erdplatten.

Ein Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richter-Skala hat am Sonnabend die griechische Insel Rhodos erschüttert. Nach Angaben des Seismologischen Instituts in Athen waren von dem Erdstoß auch Teile Kretas betroffen. Berichte über Schäden oder Opfer lagen nicht vor.

Bei einem leichten Erdbeben nordwestlich von Aachen waren am frühen Samstagmorgen, wie berichtet, insgesamt sechs Menschen verletzt worden. An 80 Häusern kippten Schornsteine um, riss Mauerwerk auf und klirrten Fensterscheiben, teilte die Regionalfeuerwehr Süd-Limburg im niederländischen Kerkrade mit. Das Hauptbeben begann um 3 Uhr 40 mit einer Stärke von 4,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag nach Angaben niederländischer Behörden in Voerendaal.

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