Welt : Noch immer keine Spur von Matuschka-Greiffenclau

Christoph Schmidt Lunau

Auch am 10. Tag nach seinem Verschwinden sucht die Polizei nach Ernst Graf Matuschka-Greiffenclau (56), bislang ohne Erfolg. Weil der begeisterte Radfahrer auch in der Vergangenheit mehrfach unangekündigt tagelange Radtouren unternommen habe, sei man allerdings noch guter Hoffnung, dass der Graf wieder auftaucht, hieß es gestern.

Die Polizei hat inzwischen einen vielversprechenden Hinweis überprüft, nach dem der Verschollene Anfang der Woche in einer Fernsehtalkshow bei "Fliege" im Publikum zu sehen gewesen sei. Tatsächlich, so die Polizei gegenüber dem Tagesspiegel, saß da ein Graf Matuschka-Greiffenclau im Fernsehstudio.

Doch es war nicht Ernst sondern sein älterer Bruder Karl, dessen Sohn Markus vor Gericht mit Ernst streitet. Nach Meinung von Gräfin Annerose ist dies, wie berichtet, der Grund für das Verschwinden ihres Gatten Ernst. Das Thema bei "Fliege" lautete übrigens "Ich bin Schlossbesitzer". Karl Graf Matuschka-Greiffenclau hatte vor Jahren auf sein Erbe verzichtet und "Schloss Vollrads", den traditionsreichen Familiensitz verlassen; sein Bruder Erwein, lange Jahre Schlossbesitzer, hatte sich vor zwei Jahren erschossen, weil ein Konkurs drohte; "Schlossbesitzer" ist deshalb die Gläubigerbank - die hatte "Fliege" nicht eingeladen.

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