O.J. Simpson : Buchpläne über Doppelmord

Elf Jahre nach seinem Freispruch will der Ex-Footballstar O.J. Simpson für ein Buch werben, in dem er beschreibt, wie er die Morde ausgeführt hätte, wenn er sie denn begangen hätte. Die Angehörigen der Opfer sind entsetzt.

Los Angeles - "Er hat zwei Menschen abgeschlachtet und hat das Gericht als freier Mann verlassen. Nun verherrlicht er das in einem Buch", kritisierte Fred Goldman im US-Fernsehsender CNN. Er ist der Vater von Ron Goldman, der 1994 mit Simpsons Ex-Frau Nicole Brown ermordet worden war.

Der Fernsehsender Fox zahlt Simpson angeblich 3,5 Millionen Dollar für ein zweiteiliges Interview, das am 27. und 29. November ausgestrahlt werden soll. Das in Besitz des australisch-amerikanischen Presse-Magnaten Rupert Murdoch befindliche TV-Unternehmen kündigte das Gespräch mit den Worten an: "O.J. Simpson sagt zum ersten Mal mit seinen eigenen Worten, wie er die Morde begangen hätte, wenn er dieser Verbrechen schuldig wäre." Das Buch, das anschließend erscheinen soll, trägt den Titel "If I Did It" ("Wenn ich es getan hätte"). Simpson hatte bereits mehrfach versucht, den Fall kommerziell auszuschlachten, so unter anderem durch seine Teilnahme an einem "Schlächter"-Treffen.

Simpson beteuert seine Unschuld

Der heute 59-Jährige war 1995 in einem heftig umstrittenen Indizienprozess von dem Vorwurf freigesprochen worden, die grausame Tat begangen zu haben. In einem späteren Zivilprozess wurde der Ex-Sportstar und Schauspieler allerdings für den Tod seiner Ex-Frau und deren Freund verantwortlich gemacht und 1997 zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 33,5 Millionen Dollar verurteilt. Simpson beteuerte stets seine Unschuld. Von der Entschädigung hat er bislang noch keinen Cent gezahlt. Der Ex-Sportler lebt im Bundesstaat Florida, wo es gesetzlich verboten ist, sein Haus zu pfänden. Auch seine Pension der US-Football-Liga NFL, die bei 300.000 Dollar jährlich liegen soll, ist gesetzlich geschützt.

Bei den Angehörigen und auch in der Medienwelt wurde das Vorgehen von Simpson, aber auch des Fernsehsenders Fox heftig kritisiert. Fred Goldmann nannte Simpsons Buchpläne "krank". Der Vater des Opfers sagte CNN: "Ich hoffe, er wird in der Hölle schmoren." Simpson verhöhne das Rechtssystem, kritisierte Ronalds Schwester Kim im selben Sender. Zudem habe es sie "schockiert, dass ein Verlagshaus und ein Fernsehsender denken, dass die Öffentlichkeit das sehen will". Selbst ein Moderator von Fox bezeichnete Simpsons Medienpläne als "ekelhaft". (tso/AFP)

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