Welt : Organ-Handel: Klinik vergibt Thymus-Drüsen lebender Kinder

Ein Kinderkrankenhaus im englischen Liverpool hat zugegeben, Anfang der 90er Jahre Organe lebender Patienten an ein Pharma-Unternehmen abgegeben zu haben, das das Krankenhaus finanziell unterstützte. Ärzte des größten Kinderkrankenhauses Europas, Alder Hey Hospital, entfernten mehreren Kindern bei Herzoperationen die Thymus-Drüse, wie eine Kliniksprecherin mitteilte. Die Organe wurden anschließend einem Pharma-Unternehmen für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen spendete zur gleichen Zeit Gelder für die Herz-Station der Klinik. Das Krankenhaus war bereits durch einen anderen Streitfall in die Schlagzeilen geraten, nachdem Ärzte toten Kindern Körperteile entnommen und an die Forschung weitergegeben hatten, ohne dass die Eltern gefragt worden waren. "Welches Recht haben sie, unsere Kinder so zu behandeln", fragte eine von dem ersten Skandal betroffene Mutter. "Es ist schon schlimm, wie sie unsere Kinder nach ihrem Tod behandelt haben, aber es ist eine Schande, dass sie das sogar taten, als sie noch lebten." Das britische Gesundheitsministerium kündigte gegenüber dem Fernsehsender "Sky News" eine Untersuchung der Vorfälle an. Die Krankenhaus-Sprecherin betonte, in manchem Fällen von Herzoperationen sei es nötig, die Thymus-Drüse zu entfernen. Normalerweise werden diese Drüsen nach einer solchen Operation entsorgt. Sie gab jedoch weder den Namen des Unternehmens noch die gespendete Summe bekannt. Nach Angaben von BBC handelt es sich um das multinationale Unternehmen Aventis Pasteur mit Sitz in Paris.

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