Welt : Ouvertüre zum Frieden

Die New Yorker Philharmoniker sind in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang aufgetreten

Pjöngjang - Die New Yorker Philharmoniker haben am Dienstag ein historisches Konzert in Nordkorea gegeben und damit den Weg für eine weitere Annäherung zwischen den USA und dem kommunistischen Staat geebnet. Das Orchester war von der Regierung Nordkoreas eingeladen worden. Der Auftritt des ersten US-Orchesters in dem weitgehend abgeschotteten Land wurde von 1500 geladenen Gästen im Großen Theater der Hauptstadt Pjöngjang begeistert gefeiert. Unter Leitung von Chefdirigent Lorin Maazel spielte das Ensemble unter anderem symbolträchtige Stücke wie die Neunte Symphonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorák und George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“. Zum Auftakt des im nord- und südkoreanischen Fernsehen live übertragenen Konzerts ertönten die Nationalhymnen beider Länder.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il befand sich nicht im Publikum.

Dem Besuch des New Yorker Orchesters in Nordkorea wurde vor dem Hintergrund der schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang weltweit große Aufmerksamkeit gewidmet. Der Auftritt war der erste bedeutende kulturelle Kontakt zwischen beiden Ländern. Mit der gemeinsamen Vereinbarung zum Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms war im vergangenen Jahr der Grundstein für die Verbesserung der Beziehungen gelegt worden. Die Verhandlungen waren zuletzt ins Stocken geraten. Beide Länder haben keine formellen diplomatischen Beziehungen.

Bei der Ankündigung des Gershwin-Hits „Ein Amerikaner in Paris“ sagte Maazel, vielleicht werde eines Tages das Stück geschrieben: „Ein Amerikaner in Pjöngjang“.

Zum Abschluss des Konzerts, bei dem auch Stücke von Richard Wagner und Leonard Bernstein zu hören waren, spielte das Orchester das koreanische Volkslied „Arirang“. Für den rund 90-minütigen Auftritt mit drei Zugaben erntete das Ensemble stürmischen Applaus. Die nordkoreanischen Zuschauer und die Musiker winkten sich gegenseitig zu. dpa

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