• Prostitution in Amsterdam: Protest gegen Schließung von Rotlicht-Schaufenstern

Prostitution in Amsterdam : Protest gegen Schließung von Rotlicht-Schaufenstern

In Amsterdam sollen Rotlicht-Schaufenster geschlossen werden. Viele Prostituierte wollen jedoch nicht auf die Zurschaustellung verzichten und protestierten am Donnerstag im Rotlichtviertel.

"Stop Closing Our Windows!", steht auf diesem Schild einer Demonstrantin. Gemeinsam mit mehr als hundert anderen Menschen demonstriert sie gegen die Schließung von Rotlicht-Fenstern in Amsterdam.
"Stop Closing Our Windows!", steht auf diesem Schild einer Demonstrantin. Gemeinsam mit mehr als hundert anderen Menschen...Foto: dpa

In der niederländischen Metropole Amsterdam haben hunderte Menschen gegen die Abschaffung von Schaufenstern demonstriert, in denen sich Prostituierte ihren Kunden anbieten. An der Protestkundgebung im Rotlichtviertel der Stadt hätten sich am Donnerstag etwa 250 Demonstranten beteiligt, sagte Polizeisprecherin Marjolein Koek. Die Stadt plant, einige der Schaufenster zu schließen, um Menschenhandel und andere Vergehen einzudämmen. Etwa 115 von insgesamt 500 der rot oder pink beleuchteten Schaufenster wurden bereits dicht gemacht.

An der Demonstration beteiligten sich zahlreiche Prostituierte. Viele von ihnen waren maskiert, um nicht erkannt zu werden. Sie trugen Transparente mit Parolen wie "Rettet nicht uns, rettet unsere Schaufenster". Während der Kundgebung blieben einige Schaufenster leer; die Prostituierten hinterließen stattdessen eine Nachricht an Bürgermeister Eberhard van der Laan: "Du stiehlst unsere Jobs."

"Sex ist in den Niederlanden eine legale Branche und wir brauchen Unterstützung, wir wollen von den Politikern ernst genommen werden", sagte eine Sprecherin der Prostituierten der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Sie und ihre Kolleginnen würden jedoch wie "Geächtete" behandelt und "aus dem Viertel geworfen, ohne dass uns jemand nach unserer Meinung fragt".

Prostitution ist in den Niederlanden seit 2000 legal. In Amsterdam gehen etwa 7000 Menschen dieser Profession nach. Etwa zwei Drittel von ihnen kommen aus ärmeren Ländern, insbesondere aus Osteuropa. (AFP)

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