Welt : Psycho-Analyse: Heute: Angebissener Apfel

Ingolf Gillmann

Da denkt man an nichts Schönes - und dann das: Wetten, dass in diesem Augenblick jemand daran denkt, den ultimativen Berlin-Führer zu schreiben, den endgültigen Wegweiser, der nicht weniger sein soll als eine Machete, die Berlinern und Touristen den Weg durch den Großstadtdschungel frei macht? Wetten, dass?

Aber Halt! Wer auch immer gerade daran denkt, diesen Führer zu schreiben, er muss sich einen anderen Titel für sein Werk überlegen, denn auf die folgenden elf erhebe ich Titelschutz:

1. Von der Ostzone zur Problemzone? Hippe Restaurants mit feiner Trennkostküche zum Abnehmen.

2. Zwischen den Katern. Ungereimte Bar-Gedichte auf eine Stadt, die nicht mehr flüssig ist.

3. Wo der Hund in der Pfanne nicht verrückt wird. Die besten China-Restaurants jenseits der Mauer.

4. Curry ist nur ein Wort. Wurst auch. Die Berliner Imbissbuden-Hochkultur.

5. Berlin, Taxis. Oder warum der Mund der gefährlichste Teil des Menschen ist.

6. Wenn Blicke löten könnten. Sämtliche Berliner Striplokale im Vergleich.

7. Hummer statt Krebs! Die schönsten Fischrestaurants für Nichtraucher.

8. Die 69-er. Berliner Swinger-Clubs vor und nach der Studentenrevolution.

9. Na Jut. Die garantiert100 besten Ökoläden zwischen Kreuzberg und Prenzlauer Berg.

10. Satt sein, satt haben. Hier ist das Essen zwar schlecht, aber die Portionen sind riesig.

11. Berlin schluckt Bayern. Die lauschigsten Weißbierkneipen, die besten Weißwurstmetzger.

12. Was Sie noch nie über Berlin wissen wollten und auch in diesem Buch nicht erfahren werden.

Kurze Rede, langer Sinn: Mit dem angebissenen Apfel will uns der Künstler sagen: Man darf die Menschen nicht für dumm verkaufen, man muss aber immer daran denken, dass sie es sind.

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