"Radikalfeministische Theorie" : Kachelmanns Verteidiger greift Gutachterin an

Jörg Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn wirft einer Gutachterin vor, sie übernehme unkritisch Thesen "radikalfeministischer Autorinnen". Er bezieht sich auf Passagen aus dem Gutachten einer Psychologin, die das mutmaßliche Opfer untersucht hatte.

Der Prozess dauert bis März. Kachelmann gestern nach dem Gerichtstermin.
Der Prozess dauert bis März. Kachelmann gestern nach dem Gerichtstermin.Foto: dpa

Mannheim - Bereits vorletzte Woche hatte Schwenn einen Befangenheitsantrag gegen die Psychologin Luise Greuel gestellt.

Jörg Kachelmann ist angeklagt, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben.

Greuel hatte in ihrem Gutachten auch zu der Möglichkeit einer Traumatisierung der Frau Stellung genommen. Dabei, kritisierte Schwenn, stelle sie „eine von radikalfeministischen Autorinnen ersonnene Theorie“ über die Traumatisierung von Vergewaltigungsopfern als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis dar. Über den Befangenheitsantrag gegen Greuel ist noch nicht entschieden.

Der Fall Kachelmann
Jörg Kachelmann verlässt ein letztes Mal das Mannheimer Gerichtsgebäude. Seine Rolle bleibt undurchsichtig.Weitere Bilder anzeigen
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31.05.2011 20:26Jörg Kachelmann verlässt ein letztes Mal das Mannheimer Gerichtsgebäude. Seine Rolle bleibt undurchsichtig.

Die Verhandlung wurde kurzzeitig unterbrochen und später mit der Vernehmung des Rechtsmediziners Bernd Brinkmann fortgesetzt. Brinkmann war ursprünglich von der Verteidigung als Sachverständiger benannt worden. Sein Gutachten sollte belegen, dass sich das mutmaßliche Opfer ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte. Das Gericht lehnte Brinkmann wegen Besorgnis der Befangenheit als Gutachter ab, wollte ihn aber dennoch als sogenannten „sachverständigen Zeugen“ anhören. dpa

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