Welt : Raumstation ISS: Mit bloßem Auge erkennbar

Die internationale Raumstation ISS wird nach Errichtung des größten Sonnensegels der Welt zu einem auch mit bloßem Auge erkennbaren hellen Punkt am Nachthimmel. Die US-Raumfähre "Endeavour" brachte die beiden Teile mit einer Länge von jeweils 73,15 Metern zu der internationalen Station, die seit Anfang November ihre erste ständige Besatzung hat. Die Arbeiten zur Installation des für die Energiegewinnung zentralen Sonnensegels sollten bis zum heutigen Montagmorgen abgeschlossen sein.

Die 600 Millionen Dollar (1,32 Milliarden Mark) teuren Sonnensegel sind die teuersten und mächtigsten, die jemals für ein Raumfahrtprojekt gefertigt wurden. Sie haben eine größere Spannweite als die Flügel eines Jumbo-Jets und sollen die Raumstation mit Energie versorgen. Bei voller Leistungskraft könnten sie auf der Erde gut 30 Häuser mit Strom versorgen.

Die Internationale Raumstation ISS wird damit nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA von der Erde aus betrachtet zu dem am drittgrößten erscheinenden Himmelskörper - nach dem Mond und dem Stern Sirius. Sternengucker müssen aber höchst aufmerksam sein: Wegen ihrer rasanten Fluggeschwindigkeit wird die ISS - freie Sicht am Firmament vorausgesetzt - nur zwischen 20 Sekunden und vier Minuten pro Umlauf zu erkennen sein. "Es ist wunderbar, hier zu sein", sagte Raumfährenkommandant Brent Jett nach dem gelungenen Andockmanöver der "Endeavour" an ISS. Die beiden Raumfährenastronauten Joe Tanner und Carlos Noriega bereiteten sich am Sonntag auf den Beginn ihrer Schwerstarbeit im All vor: Das 15 750 Kilogramm schwere Sonnensegel musste in einem siebenstündigen Einsatz im freien All montiert werden.

Jett obliegt es danach, den Computerbefehl auszulösen, mit dem sich die golden schimmernden Sonnensegel entfalten.

Die Sonnensegel sollen auch die Energie für das Laboratorium "Destiny" liefern, das die Raumfähre "Atlantis" im Januar zur Station bringen wird. Die bisherigen Sonnensegel reichten nur zur Beheizung von zwei der drei Räume der Station aus. Die fünf "Endeavour"-Astronauten sind die ersten Besucher der ISS-Besatzung. Der amerikanische Kommandant Bill Shepherd und die beiden russischen Raumfahrer Sergej Krikaljow und Juri Gidsenko sollen insgesamt vier Monate lang erste Erfahrungen mit dem Leben an Bord der ISS sammeln.

Mit dem Bau der Station, an der 16 Länder beteiligt sind, darunter auch Deutschland, wurde vor zwei Jahren begonnen. Die Kosten dieses Projekts belaufen sich auf 40 Milliarden Dollar.

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