Welt : Regierung warnt vor Windows XP

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Bei vielen Computernutzern dürfte es unter dem Weihnachtsbaum gelegen haben: das neue Betriebssystem Windows XP von Microsoft. Kein unproblematisches Geschenk. Denn die erst vor acht Wochen mit großer Euphorie auf den Markt gekommene Software, die als besonders stabil und benutzerfreundlich gilt, hat eine gravierende Sicherheitslücke, wie das Bundeswirtschaftsministerium und Bundesinnenministerium (BMI) gemeinsam auf ihrer Website bekannt gaben.

Damit schlossen sich die Ministerien einer Warnung der US-Bundespolizei FBI an: Durch den Fehler in einem Programmteil von Windows XP könnten Angreifer über das Internet die vollständige Kontrolle eines fremden Computers übernehmen. "Spiegel online" höhnte schon, XP sei löchrig wie ein Schweizer Käse.

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Ganz so schlimm ist es nicht. Immerhin: Es handele sich um eine "sehr ernste Gefährdung". Das musste sogar Microsoft-Sprecher Scott Culp zugeben. Hacker hätten Zugriffsmöglichkeiten, um Dateien zu löschen oder Rechner unter ihre Kontrolle zu bekommen. Microsoft hat reagiert. "Wir werden da raus gehen und jeden Nutzer auf diesem Planeten darum bitten, unser Sicherheits-Update zu installieren", sagte Culp. Seit Donnerstag ist dieses Update relativ einfach auf der Microsoft-Homepage zu finden und herunterzuladen. Keine Panik vor dem Windows-Kauf also, und schon "gar keine durch die Bundesregierung", wie ein BMI-Sprecher versichert.

Die US-Amerikaner sehen das allerdings ein bisschen anders. Die Ratschläge des FBI zur Behebung des bereits in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Sicherheitslecks gehen erstmals über die Empfehlungen von Microsoft hinaus. Nach Meinung der FBI-Experten sollten Nutzer von Windows XP einen Teil der neuen Funktionen des Betriebssystems, die die Vernetzung von Computern und anderen Geräten steuern, ganz stilllegen, um Sicherheitsprobleme zu vermeiden.

Da empfiehlt es sich als Windows-98-Nutzer, mit dem Kauf der 254-Mark-teuren XP-Version doch noch ein wenig zu warten. Experten warnen immer wieder davor, dass Softwareunternehmen ihre Produkte unausgereift auf den Markt bringen und dann erst beginnen, Fehler nach und nach zu beheben.

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