100 Jahre Panamakanal : Kanal der kühnenTräume

Vor hundert Jahren fuhr das erste Schiff durch Panamas Wasserstraße. 82 Kilometer lang ist die abenteuerliche Passage.

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Schau dir das an! Zentimetergenau müssen die großen Pötte durch die Schleusen des Panamakanals bugsiert werden. 15 000 Schiffe passieren jährlich den Wasserweg.
Schau dir das an! Zentimetergenau müssen die großen Pötte durch die Schleusen des Panamakanals bugsiert werden. 15 000 Schiffe...Foto: A. Bolivar, dpa

Gleich da vorn im Dunst muss er beginnen, dort irgendwo muss die Einfahrt zur Fahrrinne des Panamakanals sein. Die Passagiere an Bord recken die Hälse. Grün und rot blinkende Bojen sind nur zu erahnen. Zur frühen Morgenstunde ist es schummrig, zudem liegt feiner Nebel über dem Pazifik. Unser Schiff dümpelt, wartet. Auf den Sonnenaufgang, auf das „Go“ aus der Schaltzentrale des Kanals. Jede Schiffsbewegung auf der engen Wasserstraße ist schließlich getaktet: Sechs Stunden fahren die Schiffe in Richtung Pazifik oder – wie wir – in Richtung Karibik.

Das Beste dieser Südamerikakreuzfahrt mit der „Silver Explorer“ kommt also zum Schluss. Wir sind in Lima an Bord gegangen. Jetzt, an diesem letzten Tag der Reise nach Colón, hat es nur eine Handvoll Passagiere gegen fünf Uhr an Deck getrieben. Sie warten auf den Höhepunkt ihrer Reise – die Kanalpassage.

Dann wollen wir mal sehen, wo auf diesem Kreuzfahrt- und Expeditionsschiff der gehobenen Klasse um kurz nach fünf ein Kaffee zu bekommen ist. Hatten wir nicht in der „Explorer Lounge“ unter der Brücke eine Espressomaschine gesehen? Tatsächlich, die italienische Kellnerin Simona hat schon alles im Griff. Ein großer Schluck – und wir sind hellwach. Wie auf Bestellung blinzeln uns die ersten Sonnenstrahlen am Horizont entgegen. Mit schwindendem Nebel blicken wir nun besser durch: Um uns herum liegt ein gutes Dutzend hell erleuchteter Frachtschiffe auf Reede. Auch sie müssen warten.

Immer mehr unserer 110 Mit-Passagiere entern das Aussichtsdeck. Langsam bewegt sich nun unser Schiff auf die Mitte der Einfahrt zu, die an einer Seite von einem Damm geschützt wird. Nichts haben die Ingenieure hier dem Zufall überlassen. Der „Calzada de Amador“, der die drei Inseln Isla Naos, Isla Perico und Isla Flamenco mit Panama-Stadt verbindet, schützt Schiffe vor hohen Wellen und Wind – nichts soll sie vom Kurs abbringen.

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