Die Welt zu Gast in Berlin : Das Knistern der Branche

Die ITB verspricht mehr Spannung als sonst.

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Aus einer Faust voll Tabak dreht dieser Mann am Kuba-Stand flugs eine Zigarre.
Aus einer Faust voll Tabak dreht dieser Mann am Kuba-Stand flugs eine Zigarre.Foto: promo

Die Reiseindustrie ist also wieder mal im ITB-Fieber. Das ist in jedem Jahr so, doch der bevorstehende Branchentreff in Berlin verspricht ganz besonders zu werden. Das liegt auch an der Messe Berlin.

Da ist zunächst die Wahl des „Partnerlandes“: Indonesien. Gewiss ist der fernöstliche, muslimisch geprägte Inselstaat ein reizvolles Reiseland. Gleichwohl kein unbeschwertes. Unter anderem sind Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierung religiöser Minderheiten an der Tagesordnung. Nicht das beste Umfeld für Reisende. Dennoch: Die Messe ist zu loben, dass sie auch problematische Länder an ihre Brust drückt, stellt sie doch einmal mehr unter Beweis, dass die ITB keine Veranstaltung ist, bei der nur „politisch korrekte“ Partner willkommen sind. Handelte sie anders, versammelte sich bald nur ein kleines, weniger buntes Trüppchen unter dem Funkturm – und die ITB als weltweite Tourismusbörse wäre tot.

Ein Novum auf der Reisemesse hat im Vorfeld die deutschen Branchengemüter erregt und ihr Lager gespalten: Verkauf von Reisen. Das ist nichts Neues auf Messen, allein, auf dem Branchentreff schlechthin, wo das große Geschäft zwischen Reisever- und -einkäufern getätigt wird, war das bisher verpönt. Der Deutsche Reiseverband, in dem vor allem auch Reisebüros organisiert sind, lief Sturm, fürchtete Nachteile für viele seiner Mitglieder. Stichwort: „aggressive Messerabatte“. So verkomme das wertvolle Gut zur Ramschware.

Der Aufschrei war vergeblich, potente Reisemittler und Direktanbieter werden die ITB erstmals zum „Reisebüro“ machen. Ob das etwas scheinheilige Teilargument der Messe Berlin sticht, sie wolle so auch das ewige Problem unbesetzter Stände am letzten Tag vermeiden, Aussteller von einer vorzeitigen Abreise abhalten? Sagte doch schon der ehemalige Messechef Manfred Busche vor 30 Jahren: „Es wird immer einen letzten Tag geben…“

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