Reise : Extras zum Nulltarif

Tui weitet seine „All-inclusive“-Angebote aus

In wenigen Tagen wird die Touristic Union International, besser bekannt als Tui, 40 Jahre alt. Das anstehende Fest wird Europas größter Reiseveranstalter in Hannover gebührend groß feiern, die aktuellen Buchungszahlen für die laufende Wintersaison wollen auch noch zur Jubelstimmung passen. Allein, die trüben Aussichten für die Gesamtwirtschaft werden einen kräftigen Schuss Wasser unter den Jubelwein mischen.

Eine Prognose für die Entwicklung von Umsatz- und Gästezahlen für den Sommer 2009 mochte der Vorstandsvorsitzende der Tui Deutschland GmbH, Volker Böttcher, bei der Vorstellung der neuen Kataloge denn auch nicht abgeben: „Wir sind keine Hellseher.“ Als Tochter eines börsennotierten Unternehmens (Tui Travel Plc, mit Sitz in London), dürfe er auch keine konkreten Zahlen nennen. Eine seriöse Aussage sei ohnehin erst im Januar zu treffen, sagte Böttcher. Gleichwohl, das Unternehmen plant hinsichtlich seiner Kapazitäten „konservativ“ und setzt noch stärker als in der Vergangenheit auf Qualität, sprich: Exklusive Programme werden herausgestellt, man vertraut auf eine zahlungskräftige Klientel, die von der sich abzeichnenden Krise vermutlich zunächst weniger geschüttelt wird als der Normalverdiener.

Noch stärker als in den Vorjahren fürchtet Tui (wie alle anderen Veranstalter übrigens auch) eine Preisschlacht gegen Ende der Buchungsfristen, wenn die verderblichen Waren „Flugsitze und Hotelbetten“ in den Regalen der Reisebüros sich in Luft aufzulösen drohen. Um deshalb möglichst viele Reisen lange vor der Saison an den Kunden zu bringen, geizt auch Tui nicht mit „Frühbucherrabatten“. Neben XXL-Bonus und XXS-Kinderfestpreisen (bis 28. Februar) bieten die Hannoveraner auch einen „Geburtstagsbonus“ (bis zu 200 Euro Abschlag pro Person in 43 Hotels – bis Ende des Jahres buchbar).

Um dem Kunden mehr Planungssicherheit zu bieten, wird außerdem der Anteil der „All-inclusive“-Angebote (AI) massiv ausgebaut. Lag der Anteil der „AI“-Pauschalreisen ans Mittelmeer im vergangenen Sommer noch bei 47 Prozent, werden es im kommenden Sommer 55 Prozent sein. Indiz für ein Schielen auf das zahlungskräftige Publikum ist auch, dass 85 Prozent der Bettenkapazität der Tui im Vier- und Fünf-Sterne-Segment angesiedelt sein werden. Und der seit langem übliche „Zug zum Flug“ wird künftig in der 1. statt in der 2. Bahnklasse möglich sein. gws

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