Fernbusreisen : Einsteigen und sparen

Immer mehr Fernbuslinien wollen im Reisemarkt mitmischen und schielen vor allem auf Bahnkunden.

Marco Engemann
Und tschüss! Als günstiges Verkehrsmittel verbindet der Linienbus bereits seit Jahrzehnten (West-)Berlin mit mehr als 300 Zielorten in Deutschland und Europa.
Und tschüss! Als günstiges Verkehrsmittel verbindet der Linienbus bereits seit Jahrzehnten (West-)Berlin mit mehr als 300...Foto: Gordon Welters, laif

Seit Anfang des Jahres dürfen Busunternehmen Fernreisen in ganz Deutschland anbieten. Einige davon wollen nun der Konkurrenz auf der Schiene mit Kampfpreisen Kunden abjagen. Wer die meist längere Reisezeit nicht scheut, kann viel Geld sparen. Die Anbieter versprechen eine angenehme Reise. Mobiler Internetzugriff über W-Lan ist bei den meisten im Preis schon inbegriffen.

Primus auf dem Fernbusmarkt ist bislang ein Unternehmen der Deutschen Bahn. Berlin Linien Bus (BLB) verbindet vor allem Berlin mit aktuell 30 Linien zu mehr als 300 Zielen im Rest der Republik und in Europa. Das stammt noch aus der Zeit, als Busse während der deutschen Teilung die Reiseverbindungen nach West-Berlin ergänzten. Die Konzerntochter hat derzeit das größte Netz und die größte Flotte – nahezu jede deutsche Großstadt ist angebunden. Ausbauen will das Unternehmen das Netz nach Angaben eines Sprechers vorerst nicht. Der Markt sei zu klein und man könne zu wenig Geld damit verdienen. Dennoch hat der Konzern ein Konzept für ein großes bundesweites Fernbusliniennetz in der Schublade – sicher ist sicher.

Wer bei BLB früh – mindestens eine Woche vor Reiseantritt – online bucht, kann Aktionspreise nutzen. Von Berlin geht es dann zum Beispiel nach Hamburg, Dresden und Hannover schon für 9 Euro. Nachteil: Die Reisezeit steht fest, einen Bus später nehmen geht nicht. Umbuchen und stornieren ist ebenfalls nicht möglich. Köln, Frankfurt am Main und München erreicht man von Berlin aus im Aktionspreis für 33 Euro. Die Normalpreise fallen spürbar höher aus. Wer spontan fahren will, zahlt bis nach Hamburg 27 sowie nach Köln und München 48 Euro.

Die Deutsche Touring hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Fernbusreisen quer durch Europa. Das Unternehmen aus Frankfurt am Main bot auf den internationalen Strecken schon zu Beginn dieses Jahres Teilabschnitte zwischen deutschen Großstädten an, musste diese aber wegen fehlender Genehmigungen vorläufig wieder streichen.

Dennoch: Das Unternehmen will kräftig mitmischen auf den deutschen Autobahnen. Auf 41 Linien sollen 45 deutsche Städte miteinander verbunden werden. Die Preise starten für die einfache Fahrt bei 9 Euro für Frankfurt am Main–Stuttgart und München–Nürnberg, für 39 Euro kommt man von Frankfurt am Main oder Köln nach Berlin.

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