Linienbus-Anbieter im Check : Eine Strecke, viele Preise

Studenten entwickeln Vergleichsportal für Fernbusse. Auch Aldi ist am Start.

Caroline Uhl
Bei der Verbindung Berlin–Hamburg mischt nun auch Flixbus mit, drei Abfahrten täglich. Fahrpreis: ab acht Euro.
Bei der Verbindung Berlin–Hamburg mischt nun auch Flixbus mit, drei Abfahrten täglich. Fahrpreis: ab acht Euro.Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Busbranche ist in Bewegung. Seitdem der Markt für Fernbusse in Deutschland offen ist, wagen sich immer neue Anbieter mit neuen Linienverbindungen auf die Straßen. Jetzt kommen mit dem deutschen Ableger des britischen National Express und dem Discounter Aldi weitere namhafte Anbieter hinzu. Für ausgewählte Strecken gibt es bereits Tickets auf aldi-reisen.de. Die Tarife liegen dabei wie bei den meisten Fernbuslinien deutlich unter den Normalpreisen der Bahn; die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Busbahnhof ist teilweise bereits im Preis enthalten.

Den Kunden kann die große Auswahl recht sein: Die Preise sind niedrig, das Streckennetz wächst. Nur übersichtlich ist das nicht. Drei Karlsruher Studenten haben das Unheil früh kommen sehen und bringen Ordnung in das Fernbus-Chaos.

Wenig verbraucherfreundlich war die Sache mit den Fernbussen schon früher. Zwei Mal hatte Martin Rammensee diese Erfahrung bereits gemacht. Im Jahr 2011 habe er eine Seminararbeit über den Fernbusmarkt geschrieben „und festgestellt, dass das total unübersichtlich ist“, erzählt der Student des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein anderes Mal sei er mit einem großen Linienbus-Anbieter nach Rumänien gefahren: „Nach der Reise merkte ich: Es hätte ja billigere Anbieter gegeben. Aber das hatte ich vorher nicht gewusst.“ Dabei war damals am Fernbusmarkt noch gar nicht so viel los.

Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs zum Jahresbeginn wurden laut Bundesverkehrsministerium bereits 23 neue Inlandsverbindungen genehmigt. Für 53 weitere Verbindungen sei eine Genehmigung beantragt worden. Würden auch diese Genehmigungen erteilt, sei das Angebot bereits etwa doppelt so groß wie bis Ende 2012, als es 86 innerdeutsche Fernbusverbindungen gab – vor allem von Berlin aus und zu Flughäfen ohne Bahnanschluss.

Mit dem britischen Schwergewicht National Express und seinem „city2city“-Angebot ist jetzt ein neuer Großanbieter hinzugekommen. Zudem hat der Discounter Aldi mit dem Ticketverkauf mit Sitzplatzgarantie für ein bundesweites Netz von Fernbuslinien begonnen. Die Linien werden von einem Bonner Busreiseveranstalter bedient, Start ist am 19. April. Von Berlin aus steuert der „Aldi-Bus“ folgende Ziele an: Dresden (acht Mal täglich, ab 14,90 Euro); München ab 44,90 Euro (zwei Mal täglich mit Zwischenhalt Leipzig, ab 14,90 Euro); Hamburg (zwölf Mal täglich, ab 24,90 Euro); Köln ab 44,90 Euro mit Zwischenhalten in Hannover, Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg, wobei die Strecke Berlin–Hannover ab 24,90 Euro zu buchen ist. Und natürlich werden alle Routen auch in umgekehrter Richtung angeboten.

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