Moderne Kunst : Museums-Hopping

Wie die deutsch-niederländische Grenzregion von sich reden macht

Hella Kaiser

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Konkurrenz belebt das Geschäft. Und könnte, was für den Handel gilt, auch für die Kunst richtig sein? Das haben sich Museumsleiter und -leiterinnen in der Grenzregion Niederrhein/Niederlande gefragt – und sich zusammengeschlossen. Die Vermutung: Je mehr kulturelle Anziehungspunkte es in einer Region gibt, um so eher kann man die entsprechende Besucherklientel dafür interessieren. Ein tolles Museum, gut und schön, aber wenn es zwanzig Kilometer weiter – im Nachbarland – noch ein spannendes gibt, umso besser. Kunst verbindet. Und während die niederländischen und deutschen Fremdenverkehrsämter die Touristen jeweils im eigenen Land halten wollten, entschieden sich die Museen für „eine Werbung ohne Grenzen“.

Unter dem Namen Crossart wurde ein Kooperationskonzept entwickelt, das Besucher auf die Route der Modernen Kunst schickt. Die Schätze von zehn Museen, darunter etwa das Museum Het Valkhof in Nijmegen, das Museum van Bommel van Dam in Venlo, das Museum Kurhaus Kleve oder das Städtische Museum Abteiberg in Mönchengladbach, liegen quasi auf der Strecke. Aufregende oder besonders gelungene Architektur wird dabei ebenso ins Blickfeld gerückt wie die „malerische Natur“.

„Es reicht ja nicht, ins Museum zu gehen“, sagt Ulrich Keinath, Projektleiter für Crossart. Die Leute möchten auch einen Restaurantipp und ein schönes Hotel zum Übernachten. Und so haben entsprechende Hinweise in den ansprechend gestalteten Faltblättern POlatz gefunden, die Crossart herausgegeben hat. „Auf Wunsch der Museen legen wir strenge Qualitätskriterien zugrunde“, sagt Keinath. Zu guter Kunst solle es ein besonderes Drumherum geben. Anders als die Fremdenverkehrsämter, die keines ihrer (zahlenden Mitglieder) hervorheben dürfen, kann Crossart nach Geschmack auswählen. So bewundert der entsprechend informierte Besucher etwa im Museum de Fundatie im Schloss Het Nijenhuis Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen, könnte später in Zwolle in einem orientalischen Gourmetlokal speisen und im Jugendstilhotel am Ort übernachten.

Im Museum Abteiberg in Mönchengladbach ist der Weg das Ziel. In Serpentinen geht es – spannende zeitgenössische Objekte im Blick – ins von Hans Hollein gestaltete „Kunstwerk für die Kunst“. Danach könnte man sich im Naturpark Maas-Schwalm-Nette umsehen, das Wasserschloss Rheydt besuchen und sich danach in einem Herrenhaus in Kempen einmieten.

„Wir waren selbst überrascht, was es in der Region für tolle Orte und Etablissements gibt“, sagt Ulrich Keinath. Das -Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg, mit seiner spannenden Sammlung der Moderne, mag vielen ein Begriff sein. Aber kennen die Kunstfans den Biergarten im Kant-Park? Oder die Faktorei, ein Restaurant am Duisburger Innenhafen, direkt am Wasser? Wo die Schiffe ablegen, mit denen man den größten Binnenhafen Europas entdecken kann, steht auch im Faltblatt. So, als kämen sie von Freunden, darf man den Tipps der Experten vertrauen.

Crossart macht Lust auf die Grenzregion zwischen Düsseldorf und Zwolle. Und angesichts der dort versammelten Schätze ist klar: Da möchte man gern ein wenig länger bleiben.

Weitere Informationen: Crossart–Informationsbüro, c/o projekt 2508 GmbH, Thomas-Mann-Straße 31, 53111 Bonn, Telefon: 0228/9469333, E-Mail: info@crossart-route-moderne-kunst.com, Internet: www.crossart-route-moderne-kunst.com.

Eine sogenannte Travelbox mit zehn Faltblättern kann unter oben genannter Adresse gratis bestellt werden. Ein Paket inklusive der Travelbox, einem Katalog mit ausgewählten Werken der zehn Museen sowie ein passender Museumskrimi, kostet zusammen 25 Euro. Das Crossart-Informationsbüro stellt auf Wunsch auch kostenlos ein individuelles Ausflugsprogramm mit ausgewählten Tipps und Empfehlungen zusammen.

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