Singapur : Tiefflieger unterm Flyer

Attraktives Singapur: Formel 1 und Riesenrad

Franz Lerchenmüller

Hoch, höher – und irgendwann, viel zu schnell nach fünfzehn Minuten, sind wir ganz oben. 165 Meter über der Erde scheint die Kapsel einen Moment zu verharren – wir haben es geschafft: Weltrekord! Höher kam bisher kein Mensch – zumindest nicht in einem Riesenrad. Der „Singapore Flyer“ wurde am 14. Februar dieses Jahres eröffnet, ist 30 Meter höher als das „London Eye“ und damit das derzeit höchste der Welt. Bisher haben bereits mehr als eine Million Besucher die halbstündige Fahrt mitgemacht.

Weit geht der Blick durch die futuristische gläserne Walze über die Stadt. Rundum glitzern die Wasser von Marina Bay, jenem See, in dessen Mitte der Flyer aufragt. Ein Fußballstadion schwimmt auf dem Wasser, aus dem Dunst im Südwesten ragt ein Wald von Kränen. Hier entstehen Singapurs neueste Stadtviertel: Noch mehr, noch größere, noch spektakulärere Casinos, Brücken, Einkaufspaläste, Hotels und Geschäftstürme. Und hinter den Dächern von Raffles City ist an klaren Tagen angeblich Malaysia zu sehen.

Schräg zu unseren Füßen erstreckt sich das 350 Meter lange Boxenstopp-Gebäude für das Formel-1-Rennen. Gute fünf Kilometer führt der Rundkurs durch die Stadt, 61 Mal wird er durchfahren. 1500 Scheinwerfer sorgen für Flutlicht – denn natürlich gibt sich Singapur bei seiner Formel-1-Premiere nicht mit einem gewöhnlichen Rennen zufrieden: Das erste Grand-Prix-Ereignis in der Stadt ist zugleich das erste Nachtrennen in der Geschichte der Formel 1. Rund 30 Millionen US-Dollar hat der Stadtstaat investiert, 100 000 Zuschauer werden die Strecke säumen, wenn heute die Piloten pünktlich um 20 Uhr Ortszeit, 14 Uhr in Mitteleuropa, ihre Boliden am Rennstart auf Touren bringen.

Am Montag ist das Rennen Geschichte, der „Flyer“ aber bleibt. Umgerechnet 120 Millionen Euro haben sich die Betreiber den Bau kosten lassen. Die 28 vollklimatisierten Kabinen können bis zu 28 Gäste aufnehmen. Wer mag und die 2500 Singapur-Dollar (umgerechnet zirka 1250 Euro) leicht verschmerzt, mietet sich eine der sieben Meter langen und vier Meter runden Glastrommeln ganz allein für sich und seine Getreuen – zehn Flaschen Schampus nebst Bedienung sind inklusive. Es ist dasselbe Unternehmen, das das Berliner Riesenrad bauen will. Es soll 185 Meter hoch und Ende 2009 fertig werden.

Zurückgekehrt auf feste Erde, nach einer halben Stunde Fahrt, stürmen vor allem Kinder den Laden „Build a Bear“: Stell dir deinen eigenen Teddybären zusammen – mit Fell, Stimme, Augenfarbe, Kuschelfaktor, Klamotten und Accessoires ganz nach Wunsch. Der derzeitige Favorit, wen wundert’s: Meister Petz – im roten Outfit von Ferrari.

Mehr dazu im Internet unter:

www.singaporeflyer.com.sg

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