Welt der Türme : Im Höhenrausch

Touristen lieben Besucherterrassen in schwindelerregender Höhe. Wir stellen einige vor.

Udo Fischer
The Shard (die Scherbe) überragt die Tower Bridge bei Weitem und bietet den besten sowie teuersten Rundumblick über London. Foto: Miles Ertman, picture alliance
The Shard (die Scherbe) überragt die Tower Bridge bei Weitem und bietet den besten sowie teuersten Rundumblick über London.Foto: Miles Ertman, picture alliance

Hoch hinaus – wer wollte das nicht? Und wenn diese Ambitionen noch mit einem gewissen Nervenkitzel kombiniert werden können, gilt das Manchem schon als perfektes Urlaubsvergnügen. Bergsteiger, Drachenflieger, ja selbst fürs Weltall machen sich Touristen bereits fit. Relativ harmlos erscheint dagegen das Besteigen von Aussichtsplattformen. Gleichwohl: Ganz ohne sind die nicht. Wir haben die spektakulärsten herausgesucht. Allerdings schlagen manche eine arge Lücke in die Urlaubskasse.

198 Meter Hier ragen die Türme der Hochfinanz in den Himmel – die Skyline in Frankfurt am Main ist einzigartig in Europa. Der höchste Wolkenkratzer, der mit Antenne 300 Meter hohe Commerzbank- Tower, ist zwar nicht öffentlich zugänglich. Doch vom Maintower, mit Mast 60 Meter niedriger, gelingen ebenso beeindruckende Blicke auf die Stadt. Es ist ein vergleichsweise günstiges Vergnügen: Tickets kosten fünf Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder.

Internet: maintower.de

203 Meter Das höchste Bauwerk der Bundesrepublik steht – wem sagen wir das? – in Berlin: 368 Meter hoch, genießen jährlich etwa 1,2 Millionen Besucher den famosen Ausblick auf die Bundeshauptstadt – von der Aussichtsplattform in 203 Metern Höhe. Es wartet auch ein Restaurant, das sich in der Stunde einmal dreht. Die beiden Aufzüge brauchen gerade 40 Sekunden, um nach oben zu kommen. Der Rundumblick über die gesamte Stadt – möglich seit Oktober 1969 – kostet Erwachsene 12,50 Euro, Kinder zahlen acht Euro.

Internet: tv-turm.de

232 Meter Kein Blick auf London ist grandioser: Der mit rund 11 000 Scheiben komplett verglaste und 310 Meter hohe Wolkenkratzer „The Shard“ bietet 72 nutzbare Etagen – die letzten vier sind für Besucher reserviert. Sie stehen im „The View“ auf einer Höhe von maximal 232 Metern – und genießen einen 360- Grad-Rundumblick auf die britische Hauptstadt. Der hat allerdings seinen Preis: Tickets kosten Erwachsene umgerechnet 28,85 Euro, für Kinder sind etwa 22 Euro zu zahlen.

Internet: theviewfromtheshard.com

276 Meter Der Pariser Eiffelturm gilt als das meistbesuchte Bauwerk der Welt: Seit der Eröffnung 1889 lösten mehr als 260 Millionen Menschen ein Billett. Noch immer bietet das Bauwerk den schönsten Ausblick über die Dächer der Metropole. Drei Aussichtsplattformen warten, die höchste liegt auf 276 Metern – und ist besonders für verliebte Pärchen eine beliebte Anlaufstelle. Ein Besuch des Stahlriesen kostet bis nach ganz oben 14,50 Euro, Kinder werden – je nach Alter – mit bis zu 13 Euro zur Kasse gebeten.

Internet: eiffelturm.org

338 Meter Einen wirklichen Nervenkitzel bietet der am 19. Dezember 2001 eröffnete Macau Tower in der chinesischen Sonderzone, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hongkong. Der Turm ist allerdings nicht unbedingt jedermanns Geschmack, trotz des moderaten Eintritts von umgerechnet 13 Euro. Nicht nur steht der Besucher auf einem gläsernen Boden in 233 Metern Höhe und schaut in die Tiefe, er muss auch noch mit ansehen, wie sich Waghalsige auf den begehbaren Außenring begeben, der nur anderthalb Meter breit und ohne jegliches Geländer an der Außenkante ist. Allerdings: Die schwindelfreien Besucher sind durch ein Sicherheitsgeschirr und eine Laufleine gesichert, sonst würden sie allein durch den immerwährenden Wind unweigerlich in die Tiefe geweht, bevor sie die Weitsicht von bis zu 55 Kilometern hätten genießen können (der „Spaziergang“ kostet etwa 70 Euro). Doch es geht noch mehr auf dem Tower: Auf einer schmalen Leiter lässt sich der 100 Meter hohe Mast auf dem Turm erklettern. Dieser besondere Spaß hat auch einen besonderen Preis: 125 US-Dollar. Dafür gibt es allerdings auch ein „offizielles Kletter-T-Shirt“ sowie Foto-CD und ein Video auf einem USB-Stick. Und wer glaubt, das sei bereits der Gipfel: Noch teurer wird es für den, der sich in die Tiefe stürzen möchte – am Bungeeseil selbstverständlich, zum Preis von 311 US-Dollar.

Internet: macautower.com

Seid ihr auch angeschnallt? Auf dem Macau Tower ist das durchaus ratsam. Foto: picture alliance
Seid ihr auch angeschnallt? Auf dem Macau Tower ist das durchaus ratsam.Foto: picture alliance

412 Meter Der Willis Tower in Chicago garantiert auf dem 412 Meter hoch gelegenen Skydeck Nervenkitzel pur. Die von außen auf der 103. Etage angebrachten Glaskästen vermitteln ein Gefühl, frei über den Dächern der Acht-Millionen- Metropole zu schweben. Das Gebäude, das zwischen 1970 und 1974 als Sears Tower entstand, ist der höchste Wolkenkratzer der USA. Tickets für das Erlebnis kosten Erwachsene umgerechnet 13,80 Euro und Kinder 9,20 Euro.

Internet: willistower.com

452 Meter Wer die Aussichtsplattform des mit 828 Metern höchsten Gebäudes der Welt betritt, ist am besten schwindelfrei: Vom „At the Top“ des Burj Khalifa in Dubai schaut man von der 124. Etage 452 Meter in die Tiefe – und auf die anderen spektakulären Hochhäuser des Emirates. Der Eintritt reißt ähnlich wie in London ein kleines Loch in die Reisekassen: Umgerechnet 26 Euro (Erwachsene) und 20 Euro (Kinder) sind zu zahlen.

Internet: burjkhalifa.ae

474 Meter Die höchste Besucherterrasse der Welt wartet im World Financial Center in Schanghai – in 474 Metern Höhe. Insgesamt ragt der Koloss aus Stahl und Glas in der Millionenstadt am Huangpo-Fluss 492 Meter in den Himmel, wobei der 55 Meter lange Skywalk in der 100. Etage ganz besonders ist – Besucher betreten wie in Macau einen Glasboden. Der Eintritt kommt Erwachsene umgerechnet zwölf Euro, für Kinder werden 7,30 Euro fällig.

Internet: swfc-shanghai.com tdt

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