Rekordwinter : Kältewelle fordert zweites Todesopfer

Es ist einer der kältesten Winter in Deutschland der vergangenen 100 Jahren. In den bayerischen Alpen wurden am Donnerstag minus 34,6 Grad gemessen. In Mecklenburg-Vorpommern fror der größte Binnensee in Deutschland zu. In Rheinland-Pfalz kostete die Kälte ein weiteres Menschenleben.

Winter
Glatte Fußwege. Vor allem Südbayern hat mit eisiger Kälte zu kämpfen. -Foto: dpa

Hamburg/Trier Bei minus 16 Grad erfror die Wohnungslose in ihrem Zelt in Igel bei Trier in Rheinland-Pfalz. Die 58-jährige Obdachlose hat nach Polizeiangaben vom Donnerstag seit zwei Jahren mit einem 43-Jährigen in dem Zelt gelebt. "Die Frau war nur mit einer normalen Decke zugedeckt", hieß es. Das Angebot eines Hoteliers, während der Kälte kostenlos in einem Zimmer zu wohnen, hatten beide abgelehnt. Der obdachlose Mann hatte seine leblose Freundin am Mittwochmorgen neben sich im Zelt entdeckt. Am Montag war in Weimar eine demenzkranke 77-Jährige erfroren, die sich verirrt hatte.



Der Wetterdienst meteomedia ermittelte am Funtensee in den bayerischen Alpen am Donnerstag minus 34,6 Grad. Klarer Himmel und trockene Luft über einer fast geschlossenen Schneedecke lösten den Temperatursturz an dem 1601 Meter hoch gelegenen See aus. Weihnachten 2001 war dort mit minus 45,9 Gard Celsius die bislang tiefste Temperatur in Deutschland gemessen worden. In Teilen Bayerns und von Weimar über Halle nach Berlin lagen die Werte unter minus 15 Grad. Zwischen Saarland und Nordsee wurden verbreitet minus 3 bis minus 8 Grad gemessen. Auf Helgoland war es mit 1,4 Grad am mildesten.

Rekordkälte - aber wenig Schnee

Der diesjährige Winter ist nach Meinung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einer der kältesten der vergangenen 100 Jahre. Es sei recht selten, dass so tiefe Temperaturen wie in den vergangenen Nächten gemessen wurden, sagte DWD-Meteorologe Thomas Schmidt. Allerdings sei der Winter 1978/79 spektakulärer gewesen - damals türmten sich im Norden meterhohe Schneewehen, das öffentliche Leben brach zusammen.

In Mecklenburg-Vorpommern fror die Müritz zu - der größte See in Deutschland. Die 117 Quadratkilometer große Müritz war zuletzt 2006 zugefroren. Die Müritz ist zwar viel kleiner als der Bodensee (Gesamtfläche rund 536 Quadratkilometer). Da dieser aber von drei Ländern (Deutschland, Schweiz und Österreich) umschlossen wird, ist die Müritz der größte Binnensee Deutschlands. (küs/dpa)

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