Rettende Viertelstunde : Hochhäuser in Rio kollabiert

Eine Berlinerin verließ das Gebäude eine Viertelstunde vor dem Einsturz. Das Unglück forderte bisher sechs Todesopfer, bis zu 20 Personen werden vermisst. Die Ursache ist noch unklar.

Gefährliche Bauarbeiten. Das Gebiet hinter dem Theater in der Altstadt ist verwüstet. Foto: AFP
Gefährliche Bauarbeiten. Das Gebiet hinter dem Theater in der Altstadt ist verwüstet.Foto: AFP

Die Berlinerin hatte mit ihrem Chef und ihren Kollegen an diesem Tag lange gearbeitet. Um 20 Uhr sagt der Chef: „Jetzt reicht es, wir gehen, morgen machen wir weiter.“ Die Frau schilderte: „20:15 haben wir das Gebäude verlassen… ca. 20.30 ist das Gebäude zusammengekracht.“

Die Berlinerin und ihre Kollegen arbeiten für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Sie sind offensichtlich dem sicheren Tod entronnen. In der Innenstadt von Rio de Janeiro stürzten drei Häuser ein. Sie haben zahlreiche Menschen unter sich begraben. Nach der Bergung dreier Leichen würden noch 16 Menschen unter den Trümmern vermutet, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Während Zeugen von einer Explosion sprachen, brachte der Bürgermeister mögliche Baumängel als Ursache ins Spiel.

Es handelt sich um ein 20-stöckiges Hochhaus und zwei Nachbargebäude mit zehn beziehungsweise drei bis vier Stockwerken. Einsatzkräfte suchten mit schwerem Gerät und mit Hunden die Nacht hindurch nach möglichen Verschütteten. Am Donnerstagvormittag bargen sie den ersten Leichnam aus den Trümmern. Zwei weitere folgten kurz darauf. 16 Menschen wurden noch vermisst.

Die eingestürzten Gebäude liegen in der Nähe des städtischen Theaters im historischen Viertel um den Cinelândia-Platz. Tagsüber ist die Gegend sehr belebt, abends ist es dort eher ruhig. Der Einsturz der Gebäude verursachte dennoch dort Panik, wie der Fernsehsender Globo News berichtete. 30 Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr aus einem Nachbargebäude in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag wurde ein neunstöckiges Gebäude in der Nähe vorsorglich evakuiert. Der Zivilschutz prüfte am Unglücksort die Statik angrenzender Gebäude. Zudem waren vorübergehend sämtliche U-Bahn-Stationen in der Gegend geschlossen, weil auch sie überprüft wurden. Die Ursache für das Unglück in der Millionenmetropole, die sich derzeit auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 und Olympia im Jahr 2016 vorbereitet, war zunächst unklar. Während Augenzeugen von einer starken Explosion sprachen, die den Einstürzen am Abend vorausgegangen sei, nannte der Bürgermeister Eduardo Paes mögliche „Strukturprobleme“ der Bauten als denkbare Ursache. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es in dem Hochhaus „illegale“ Bauarbeiten.

Die Berlinerin hatte sich zuvor über weitreichende Bauarbeiten in dem Haus gewundert. (os/AFP)

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