Welt : Rettung in letzter Sekunde: Passagier prügelt Piloten

Auf dem Flug von London nach Kenia sind am Freitagmorgen 398 Insassen eines britischen Jumbo-Jets nur knapp dem Tod entronnen. Eine Stunde vor der Landung in Nairobi drang nach Angaben von British Airways ein offenbar psychisch gestörter Passagier ins Cockpit ein und versuchte, die Boeing 747 in seine Gewalt zu bringen. Die Besatzung setzte sich zur Wehr - bei der Schlägerei wurde aber der Autopilot außer Gefecht gesetzt. Das Flugzeug geriet sofort in Turbulenzen und verlor erheblich an Höhe.

Unter den Passagieren brach eine Panik aus, einige wurden dabei verletzt. Nach Angaben eines Passagiers gelang es der Besatzung nur in letzter Sekunde, den Angreifer zu überwinden und das Flugzeug wieder unter Kontrolle zu bringen. "Ich glaube nicht, dass es auch nur einen Menschen an Bord gab, der nicht mit einem Absturz rechnete", sagte der Passagier nach der Landung in Nairobi.

An Bord der Maschine befanden sich vor allem Kenianer, die zurück in ihre Heimat flogen, und britische Touristen. Der Angreifer, offenbar ein Kenianer, wurde sofort nach der Landung am Flughafen der kenianischen Hauptstadt festgenommen. Welche Motive ihn zu der Attacke trieben, blieb zunächst unklar.

Der Mann sei in einem "hysterischen" Zustand gewesen, sagte der Passagier Benjamin Goldsmith dem britischen Fernsehsender "Sky News". An Bord habe "die totale Panik" geherrscht. Die Triebwerke hätten ausgesetzt und das Flugzeug sei gewaltig erschüttert worden. "Erwachsene Männer fingen an zu schreien. Das war die Szene eines abstürzenden Flugzeugs."

Nachdem der Eindringling überwunden war, wandte sich der Pilot an die Passagiere. "Der Pilot sagte über Lautsprecher, ein Mann habe versucht, uns alle umzubringen", erzählte Goldsmith. "Der Pilot sagte auch, vier oder fünf Sekunden länger und der Kopilot wäre nicht mehr in der Lage gewesen, die Maschine wieder unter seine Kontrolle zu bringen."

Nach der Landung in Nairobi seien alle Passagiere in "relativ normalem Zustand" ausgestiegen. Nach Angaben eines Sprechers von British Airways wurden vier Passagiere und ein Besatzungsmitglied mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Er kündigte eine Untersuchung zu dem Überfall an.

Personal der Fluglinie habe sich nach der Landung um die Passagiere gekümmert, die zum Teil unter Schock gestanden hätten, sagte der Sprecher. An Bord befand sich auch der Pop-Musiker Bryan Ferry.

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