ROMNEYS REISEN : Wahlkampf im Ausland

Wenn US-Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf ins Ausland reisen, haben sie nicht ihre Gastgeber im Blick. Ähnlich wie Barack Obama 2008 will der Republikaner Mitt Romney mit dem für Ende Juli geplanten Besuch in Großbritannien, Israel, Polen und Deutschland Eindruck auf die Wähler daheim machen. Mit Außenpolitik ist eine Wahl zwar nicht zu gewinnen. Aber die Bilder vor prominenter Kulisse schützen ihn vor der Kritik, er habe da ein Defizit gegenüber Amtsinhaber Obama. Die Route zeigt persönliche Vorlieben Romneys – und welche Staaten in den USA derzeit als wichtig gelten. London besucht er zum Auftakt der Olympischen Spiele; dort startet Romneys Pferd Rafalca in der Dressur. Die „special relationship“ mit Großbritannien wird gepflegt. Premier David Cameron verfolgt als einziger Europäer eine ähnliche Wirtschaftsphilosophie. Der Schutz Israels gehört zu den obersten Maximen republikanischer Geopolitik. Mit Benjamin Netanjahu ist Romney vertraut. Beide stiegen 1976 bei Boston Consulting ins Berufsleben ein. Polen ist der wichtigste Alliierte in Osteuropa, Deutschland die entscheidende Macht in der Eurozone. Aus der transatlantischen Community in Berlin hieß es am Samstag, „er kommt“. Bei der Bundesregierung und der CDU lagen keine Anfragen vor. Kandidat Obama hatte an der Siegessäule gesprochen und Kanzlerin Angela Merkel getroffen. cvm/mue

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