Sachsen-Anhalt : Tiger tötet Artgenossin mit Kehlenbiss

Blutiges Drama im Zoo Aschersleben: Der weiße bengalische Tiger Karim, der zu den Hauptattraktionen des kleinen Tierparks in Sachsen-Anhalt zählt, hat die sibirische Tigerin Tanja tot gebissen. Wie konnte es dazu kommen?

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Biss zu: Der weiße Tiger Karim im Zoo Aschersleben. -Foto: dpa

AscherslebenEin Pfleger hatte versehentlich einen falschen Schieber geöffnet. So gelangten die beiden im Zoo beheimateten sibirischen Tiger in das Außengehege ihrer zwei weißen bengalischen Artgenossen: "Karim hat sich wohl sofort auf Tanja gestürzt und sie mit einem Biss in die Kehle getötet", sagt Zoo-Leiter Dietmar Reisky, einen Tag nach dem Unfall. "Das muss innerhalb von Sekunden gegangen sein, die Tiger haben nicht einmal gebrüllt."

Normalerweise werden die Raubkatzenpaare in Aschersleben getrennt voneinander gehalten. Während die 18-jährige Tanja mit ihrem 10 Jahre alten Partner Puhdy schon lange dort lebte, kamen die weißen Tiger erst kürzlich in den Zoo: Mitte 2006 wechselte die heute zweieinhalbjährige Kiara von Frankreich nach Aschersleben, im Juni 2007 folgte der heute zweijährige Karim, der in einem Safaripark in Nordrhein-Westfalen geboren wurde. Mit den beiden einzigen weißen Tigern in Ostdeutschland will der Zoo eine Zucht aufbauen.

Geschockt über den Vorfall

Ob das Projekt nun gefährdet ist und wie es generell mit den Raubkatzen in Aschersleben weitergehen soll, ist Reisky zufolge noch nicht klar. "Wir sind geschockt über den Vorfall", sagt er. "Wir können uns den Angriff nicht erklären, eigentlich sind die Tiger nicht so aggressiv." Aus Sicherheitsgründen wurden vorerst auch die beiden weißen Raubkatzen voneinander getrennt: "Karim muss sich erst einmal beruhigen. In ihm wurde der Killerinstinkt geweckt."

Erst vor wenigen Tagen hatten die Tiger im Zoo Halle für Schlagzeilen gesorgt. Eine couragierte Medizinstudentin rettete dort einem Tigerbaby per Herzdruckmassage und Mund-zu-Maul-Beatmung das Leben. Der kleine Tiger hatte sich an einem Fleischstück verschluckt und drohte zu ersticken. (liv/dpa)

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