Schießerei auf Flughafen von LA : Rätselraten um das Motiv des Täters

Nach der Schießerei auf dem Flughafen von Los Angeles sucht das FBI nach dem Motiv des Täters. Offenbar war er nicht gut auf die Mitarbeiter der Sicherheitsbehörde von Flughäfen zu sprechen.

Hunderte Fluggäste wurden auf dem Flughafen von LA vor dem Schützen in Sicherheit gebracht. Foto: Reuters
Hunderte Fluggäste wurden auf dem Flughafen von LA vor dem Schützen in Sicherheit gebracht.Foto: Reuters

Nach der tödlichen Schießerei am internationalen Flughafen von Los Angeles sucht die US-Bundespolizei FBI weiter nach dem Motiv. Der Täter wurde nach FBI-Angaben vom Freitag als der 23-jährige Paul Anthony Ciancia identifiziert, der aus dem nordöstlichen Bundesstaat New Jersey stamme und in Los Angeles wohne. Er tötete einen Mitarbeiter der Behörde für Transportsicherheit (TSA) und verletzte sieben weitere Menschen.

Weitere Angaben zu Ciancia machte das FBI zunächst nicht. Zu seinem Motiv hieß es, ein extremistischer Hintergrund werde weder vermutet noch ausgeschlossen. Der US-Fernsehsender NBC berichtete, der Schütze habe Verbindungen zur TSA gehabt und aus Verärgerung gezielt auf deren Mitarbeiter geschossen. Nach Angaben der US-Tageszeitung „Los Angeles Times“ fragte er auf seinem Weg durch den Flughafen Menschen, ob sie der TSA angehörten. Wenn sie dies verneint hätten, sei er weiter gelaufen.

Bei Schießerei auf Flughafen Los Angeles wurde ein Mann getötet

Bei der Schießerei mit einem Sturmgewehr im Abflugbereich wurde ein TSA-Mitarbeiter angeschossen und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Weitere sieben Menschen wurden verletzt. Der Schütze wurde laut Medienberichten von Polizisten angeschossen und befand sich in Polizeigewahrsam. Der Chef der Flughafenpolizei, Patrick Gannon, sagte, es werde von einem Einzeltäter ausgegangen. Zuvor hatte der Lokalsender CBS2 berichtet, dass ein zweiter Verdächtiger festgenommen worden sei.

Der Flughafenbetreiber teilte mit, dass sich der Zwischenfall gegen 09.30 Uhr (Ortszeit, 17.30 Uhr MEZ) am Terminal 3 des Airports ereignet habe. US-Medien zufolge eröffnete der Mann an einer Sicherheitskontrolle das Feuer. Der Schütze sei anschließend in den Sicherheitsbereich des Flughafens eingedrungen und später von der Polizei angeschossen worden. Die Behörden gaben keine Auskunft zum Gesundheitszustand des Manns.

Die TSA bestätigte, dass einer ihrer Mitarbeiter bei der Schießerei getötet worden sei. „Mehrere“ TSA-Beamte seien verletzt worden. Bei einer Pressekonferenz hatten Polizei und Feuerwehr zuvor lediglich erklärt, dass sieben Menschen verletzt worden seien. In der TSA-Geschichte war es das erste Mal, dass ein Mitarbeiter im Dienst getötet wurde. US-Präsident Barack Obama kondolierte und zeigte sich „besorgt“.

Hunderte Reisende wurden vor Schütze in Sicherheit gebracht

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Polizisten das Flughafengelände durchkämmten und Krankenwagen vorfuhren. Hunderte Reisende wurden in Sicherheit gebracht. „Ich habe einen Knall gehört, und alle sind auf den Boden gehechtet“, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender CNN. Ein anderer Reisender sagte der „Los Angeles Times“, er habe sich durch einen Notausgang auf das Rollfeld gerettet, als er die Schüsse gehört habe.
Nach den Schüssen wurde der Flugverkehr zunächst komplett eingestellt, etwa eine Stunde später landeten aber schon wieder Passagiermaschinen. Flugreisende mussten allerdings mit massiven Verspätungen rechnen. Insgesamt 750 Flüge waren auf unterschiedliche Weise von dem Vorfall betroffen.

Der Flughafen von Los Angeles ist mit mehr als 60 Millionen Passagieren jährlich einer der größten der Welt. Im Jahr 2002 hatte dort ein aus Ägypten stammender Mann auf einen Schalter der israelischen Fluglinie El Al geschossen, zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt, bevor er selbst erschossen wurde. (AFP)

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