Welt : Schreck auf der Donau

Kreuzfahrtschiff auf dem Weg nach Amsterdam in Niederbayern von Schubcontainer gerammt

Ein Taucher inspiziert den Schaden an dem leck geschlagenen Schiff. Foto: dpa
Ein Taucher inspiziert den Schaden an dem leck geschlagenen Schiff. Foto: dpaFoto: dpa

Winzer – Ein Kreuzfahrtschiff mit knapp 200 Menschen an Bord ist auf der Donau mit einem Schubbehälter zusammengestoßen und leckgeschlagen. Bei dem Unfall im niederbayerischen Winzer am Freitagabend wurde niemand verletzt, die Passagiere und ein Großteil der Besatzung wurden von einem anderen Schiff aufgenommen. Die Schifffahrt auf der Donau wurde an der Unglücksstelle gesperrt. Die havarierte Schiff „Avalon Tranquility“ soll am Sonntag in eine Werft bei Deggendorf geschleppt werden.

Taucher hätten am Samstag das 40 mal 60 Zentimeter große Loch in der Bordwand notdürftig abdichten können, sagte ein Polizeisprecher.

Die unter Malteser Flagge fahrende „Avalon Tranquility“ hatte am Freitagabend mit 198 Menschen an Bord den Ort Winzer passiert, als sich gegen 21.30 Uhr durch den Wellengang ein am Ufer befestigter, antriebsloser Ladungsbehälter, der in einem Schubverband genutzt wird, aus der Verankerung löste, gegen das Passagierschiff stieß und es gegen einen Stein auf dem Grund des Flusses drückte. Dabei riss der Stein ein Loch in die Bordwand, durch die Wasser in den Motorraum strömte.

Dem Kapitän gelang es, das Schiff an einem Sportplatz ans Ufer zu lenken. Ein zweites Passagierschiff, das in Gegenrichtung unterwegs war, nahm die 157 Passagiere und den größten Teil der 41 Besatzungsmitglieder auf und brachte sie nach Deggendorf. Eine 71-jährige Passagierin erlitt einen Schock. Das Schiff war mit Fahrgästen aus den USA, Australien und Neuseeland auf dem Weg von Budapest nach Amsterdam. Sieben Besatzungsmitglieder blieben zunächst an Bord.

An der Unfallstelle war es bereits am Freitagmittag zu einer Schiffshavarie gekommen. Ein mit 1600 Tonnen Gasöl beladener Schubverband lief durch einen Fahrfehler am rechten Ufer auf Grund. Als der Kapitän auf eigene Faust versuchte, den Schubleichter freizuschleppen, übersah er einen zweiten Schubverband und rammte ihn.dapd

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