Sicherheit im Straßenverkehr : Bodenampeln für Smartphone-Nutzer

Augsburg und Köln testen jetzt Bodenampeln. Die sollen schwere Unfälle vermeiden, wenn Smartphone-Nutzer auf ihr Telefon starren, statt auf den Verkehr zu achten.

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Die Ampel steht auf Rot. In Augsburg können das jetzt auch Smartphone-Nutzer erkennen, die auf den Boden starren.
Die Ampel steht auf Rot. In Augsburg können das jetzt auch Smartphone-Nutzer erkennen, die auf den Boden starren.Foto: Thomas Hosemann/Stadtwerke Augsburg/dpa

Das Handy ist längst nicht mehr nur am Steuer ein Verkehrsrisiko. Zunehmend kommt es zu Unfällen, weil Smartphone-Nutzer halb blind durch die Stadt laufen und auf ihr Display starren, statt geradeaus. Außer Touchscreen, Boden und die eigenen Schuhe sehen sie so nicht wirklich viel von dem, was um sie herum passiert. Im Straßenverkehr ist das gefährlich. Eine Studie der Dekra hat 14.000 Fußgänger beobachtet, jeder sechste von ihnen war mit seinem Telefon beschäftigt. Unfallstatistiken gibt es dazu bisher keine, weil oft nicht sicher nachweisbar ist, welche Rolle das Smartphone letztlich bei einem Unfall gespielt hat. Aber es gibt traurige Beispiele: Im März starb in München eine 15-Jährige, weil sie Kopfhörer trug und unachtsam auf die Tramgleise lief. Im vergangenen August wurde ein 19-jähriger Fußgänger ebenfalls von einer Straßenbahn erfasst - auch er hatte Kopfhörer im Ohr.

Die Ampeln sind ein Test, weitere könnten folgen

Verboten ist das für Fußgänger bislang nicht. Stattdessen testen nun die ersten deutschen Städte spezielle Bodenampeln, um solche schweren Unfälle zu vermeiden. In Augsburg und in Köln sind an einigen Haltestellen Lichtleisten am Fahrbahnrand in den Boden gelassen worden. Diese zeigen Rot oder Grün an. Auf dem Boden - so der Gedanke - sind die Lampen im Blickfeld der nach unten starrenden Smartphone-Nutzer. Das ist zunächst ein Test der jeweiligen Verkehrsbetriebe. Wenn sich die Technik bewährt, könnten weitere Bodenampeln installiert werden. Am sichersten bleibt aber, einfach das Handy in der Tasche zu lassen, wenn man die Straße überquert.

(mit dpa)


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