Welt : Siedlung am Zürcher Flughafen entging knapp einer Katastrophe

Dem Absturz der Crossair-Maschine auf dem Flug von Zürich nach Dresden, bei dem am Montagabend alle Zehn Insassen ums Leben gekommen sind, ist eine rätselhafte Rechtskurve kurz nach dem Start vorausgegangen. Schlüsse über die Unglücksursache wollten die Ermittler daraus jedoch noch nicht ziehen. Die Maschine hätte eigentlich eine Linkskurve fliegen sollen. Beobachter sehen darin einen Hinweis auf einen Triebwerkschaden.

Bei dem Absturz ist eine Siedlung am Flughafen Zürich nur um Haaresbreite einer Katastrophe entgangen. Die Maschine stürzte auf einen Acker - nur 250 Meter vom nächsten Haus von Nassenwil entfernt.

Fritz Grotz, Chef-Techniker der Crossair, sprach von einer gewissen Ähnlichkeit mit zwei früheren Abstürzen einer Saab 340. Auch am 4. April 1994 in Amsterdam und am 18. März 1998 auf Taiwan kam es kurz nach dem Start zum Unglück. In Amsterdam wurde ein Triebwerkschaden als Ursache ermittelt; beim zweiten Unglück konnte die auf dem Meeresgrund liegende Maschine nicht geborgen werden. Alle weiteren 14 Saab-340-Maschinen der Crossair wurden noch in der Nacht einer eingehenden technischen Prüfung unterzogen. Die Maschine war im November 1990 gebaut worden, hatte 21 674 Flugstunden absolviert.

Bei den getöteten Passagieren handelte es sich um vier Deutsche im Alter von 23 bis 49 Jahren, einen 62-jährigen Schweizer, eine 44-jährige Französin und um einen Spanier. Die Crew bestand aus einem moldawischen Flugkapitän, einem Kopiloten aus der Slowakei und aus einer französischen Flugbegleiterin. Beide Piloten seien auf der Saab ausgebildet gewesen und hätten die Prüfungen nach schweizerischem Standard absolviert. Der Pilot sei von der befreundeten moldawischen Fluggesellschaft ausgeliehen und äußerst erfahren gewesen. 80 Prozent der Crossair-Cockpitbesatzungen seien Schweizer.

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