Welt : Staatsanwaltschaft vermutet Racheakt, die Verletzten sind außer Lebensgefahr

Das Blutbad im Uelzener Gefängnis mit zwei Toten und drei Verletzten war nach Einschätzung der Ermittler vermutlich ein Racheakt. Der von dem Häftling Wieland Beust erstochene stellvertretende Gefängnisleiter habe dazu beigetragen, dass Beust ein Strafverfahren wegen Körperverletzung bevorstand, sagte der Lüneburger Oberstaatsanwalt Jürgen Wigger der am Montag. Die entsprechende Anklage sei dem wegen Totschlags einsitzenden 31-Jährigen am vergangenen Donnerstag - dem Tag vor der Tat - zugestellt worden. "Beust befürchtete offenbar, dass bei einer erneuten Verurteilung Vollzugslockerungen wie die Arbeit in der Küche wegfallen könnten", sagte Wigger.

Der Häftling, ehemals ein Profi-Boxer, hatte am Freitag während der Essensausgabe in dem Gefängnis den 41-Jährigen stellvertretenden Anstaltsleiter mit einem Schlachtermesser aus der Gefängnisküche erstochen und drei Anstaltsmitarbeiter teils lebensgefährlich verletzt. Dann tötete er sich selbst durch einen Stich ins Herz.

Noch in "kritischer, aber stabiler Verfassung" war am Montag der verletzte Dienst habende Küchenbeamte. Der 41 Jahre alte Justizhauptsekretär hatte nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums schwere Leberverletzungen erlitten. Der 46 Jahre alte Leiter der Holzwerkstatt war trotz gefährlicher Verletzungen aber ebenso "über den Berg" wie eine 44 Jahre alte Sozial- Oberinspektorin, sagte ein Ministeriumssprecher. Alle drei hatten zusammen mit ihrem Chef in einem verglasten Nebenraum der Küche die übliche Essensprobe abgenommen, als Beust plötzlich mit dem Messer hereinstürmte.

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