Welt : Stürmische Weihnacht

Das Orkantief „Dirk“ wütete vor allem in Großbritannien und Frankreich.

Schneefälle in der Schweiz. Airolo im Tessin liegt unter einer Schneedecke. Foto: dpa
Schneefälle in der Schweiz. Airolo im Tessin liegt unter einer Schneedecke. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin/London/Paris - Stürme, Schnee und Wärmerekorde: Das Orkantief „Dirk“ über der Nordsee hat das Weihnachtswetter in Europa bestimmt. Die Stürme wüteten vor allem über Großbritannien und Frankreich, es starben sieben Menschen. Auch in Spanien, Polen oder Tschechien litten die Menschen unter Unwettern. In europaweit Hunderttausenden Haushalten fiel der Strom aus: ein Fest ohne Licht, Heizung, Herd.

Zugleich brachte „Dirk“ milde Mittelmeerluft nach Norden und trieb vielerorts in Deutschland an Heiligabend die Temperaturen auf Rekordhöhe. Am wärmsten war es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Baden-Baden und in Emmendingen bei Freiburg mit jeweils 17,5 Grad.

Allein in Großbritannien waren über die Feiertage bis zu 300 000 Haushalte phasenweise ohne Strom, mehr als 90 Menschen mussten wegen Flutwarnungen ihre Wohnungen verlassen. Fünf Menschen starben. Darunter waren zwei Hundehalter, die ihre Tiere aus reißenden Fluten retten wollten. Der Reiseverkehr auf Straßen, Schienen und in der Luft war erheblich gestört. Am Donnerstag waren laut Verband der Stromversorger noch mehr als 20 000 Haushalte in Großbritannien ohne Elektrizität, nachdem der schwere Sturm Überlandkabel gekappt hatte. Mindestens 1000 Wohnhäuser waren überflutet. Nach einer Pause am zweiten Weihnachtsfeiertag kündigten die Meteorologen für die Nacht zum Freitag schon das nächste Sturmtief an.

Auch in Frankreich brach in einigen Regionen die Stromversorgung zusammen. Laut Energiekonzerns ERDF waren insgesamt 250 000 Haushalte betroffen. Am zweiten Weihnachtstag waren noch etwa 20 000 Haushalte vor allem in der Bretagne vom Netz. Zwei Menschen starben: ein zwölf Jahre altes Kind, als eine Mauer einbrach, und ein russischer Seemann, der von Bord des niederländischen Frachters „Victoriaborg“ gespült wurde.

Jenseits der Grenze war die Region Galicien im Nordwesten Spaniens am heftigsten in Mitleidenschaft gezogen. Bei der Ortschaft Covas stürzte in der Nacht vor Heiligabend ein Baum auf die Gleise einer Schmalspurbahn und brachte einen Zug zum Entgleisen.

Nach warmem Föhn an den Vortagen behinderten am zweiten Feiertag Sturm und Schnee den Bahnverkehr in der Schweiz und Norditalien. dpa

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