Sturm "Emma" : Spur der Verwüstung

Wut der Zerstörung: Sturm "Emma" war zwar schwächer als "Kyrill" - dennoch starben 13 Menschen in Europa.

Emma
Die abgebrochene Kirchturmspitze der Asambasilika im bayerischen Osterhofen-Altenmarkt liegt im Dach der Kirche. -Foto: ddp

Berlin Das Orkantief „Emma“ hat mit gewaltiger Kraft über Deutschland und anderen europäischen Ländern gewütet und mindestens 13 Menschen in den Tod gerissen. Bundesweit starben mindestens sieben Menschen.

Das Unwetter wehte Dächer weg, entwurzelte Bäume, kippte Fahrzeuge um, zerstörte Stromleitungen und brachte den Reiseverkehr durcheinander. Polizei und Feuerwehr sprachen von Schäden in Millionenhöhe. Vor allem in Süddeutschland gab es am Samstag heftige Hagelschauer, Schnee, Gewitter und Überschwemmungen. In Bayern knickte eine Kirchturmspitze ab, in Wien fiel ein Kran auf Bahngleise, an der Nordsee liefen Sturmfluten auf. Auf dem Hamburger Flughafen kam es laut Bericht von Spiegel Online bei der Landung eines Lufthansa-Jets beinahe zu einer Katastrophe: Die Maschine wurde von einer Windböe erfasst, ein Flügel auf die Landebahn gedrückt. Der Pilot startete durch, die 131 Passagiere an Bord kamen mit dem Schrecken davon. Die Region Berlin/Brandenburg kam glimpflich davon: Hauptsächlich wurden Bäume in Mitleidenschaft gezogen. Zwischenzeitlich waren bis zu 25 000 märkische Haushalte ohne Strom.

Am Sonntag beruhigte sich die Lage. Die Münchener Rück konnte die genaue Höhe der Versicherungsschäden noch nicht schätzen. Am stärksten betroffen war Bayern, wo es am Samstag auf Gleisen und Straßen ein Verkehrschaos gab. Nach Angaben der Deutschen Bahn richtete „Emma“ aber deutlich weniger Schaden an als der Orkan „Kyrill“ im Januar 2007. „Der Sturm war in Dauer und Intensität nicht vergleichbar“, sagte ein Sprecher. Das Geschehen sei teilweise „dramatisch“ gewesen, berichtete meteomedia-Chef Jörg Kachelmann. Doch „Emma“ habe nicht so großflächig gewütet wie „Kyrill“. Der Orkan hatte vor einem Jahr mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. 47 Menschen starben, elf davon in Deutschland. Wie am Sonntag bekannt wurde, starb am Samstagmorgen ein Mann im rheinland-pfälzischen Deesen im Westerwald bei dem Versuch, eine Marienstatue in einem Waldstück vor umfallenden Bäumen zu retten. Der 50-Jährige wollte einen Baum sichern, der auf die Statue zu kippen drohte. Er kletterte in den Baum, um dort eine Kordel zu befestigen, und stürzte zu Boden. (dpa/ddp)

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