SUCHE NACH DER HERKUNFT : „Das Foto bringt mehr als eine Erbgutanalyse“

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Lässt sich die Herkunft des Mädchens aus seinem Erbgut ablesen? Denkbar ist das: Bis vor wenigen Jahrhunderten entwickelten sich Menschengruppen isoliert voneinander, was in der DNS bis heute erkennbar ist.

Eine Möglichkeit ist, das Erbgut vieler Menschen auf Hunderttausende von Variationen hin zu durchforsten und Gemeinsamkeiten und Unterschiede statistisch auszuwerten. „In einigen Studien konnten so Probanden bestimmten Regionen zugeordnet werden“, sagt Hans-Hilger Ropers vom Berliner Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik.

Lutz Roewer, Forensischer Genetiker an der Charité, ist skeptisch. „Die Methode ist nicht etabliert, die Aussagen sind fehleranfällig.“

Bliebe noch die zweite, gerichtlich anerkannte Erbgutanalyse. Die aber ist ungenau. „Sie kann allenfalls klären, ob die jeweils mütterlichen Vorfahren aus West- oder Osteuropa stammen.“ Die Methode erkenne auch nicht, ob etwa die Großmutter einst ausgewandert ist. Roewer: „Mit dem Foto wird man wohl weiter kommen als mit der DNS-Analyse.“

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