Südspanien : Autobahn-Brücke zusammengestürzt

Beim Einsturz einer in Bau befindlichen Autobahnbrücke in Südspanien sind sechs Arbeiter getötet und drei weitere verletzt worden. Ein Stahlträger habe nachgegeben und die gesamte Konstruktion mit sich gerissen.

Granada - Wie die Behörden am Montag mitteilten, war ein 60 Meter langes Teilstück einer Talbrücke in der Nähe des Ferienorts Almuñecar in der Provinz Granada mehr als 50 Meter tief abgestürzt. Die Ursache für das Abknicken ist noch unklar.

Fünf der Opfer stammten aus Portugal, eines aus Spanien. Bei dem eingestürzten Teilstück handelte es sich um eine stählerne Plattform, die noch mit Beton ausgegossen werden musste. Die Stahlteile waren nach Angaben eines Behördensprechers allmählich eingeknickt, so dass ein großer Teil der Brückenarbeiter sich noch im letzten Augenblick in Sicherheit in bringen konnte. Dies führte bei den Rettungsdiensten zu Verwirrung bei den Angaben über die Zahl der Opfer. Zeitweise war von 20 Toten die Rede gewesen. Diese Bilanz bestätigte sich dann aber nicht.

Die eingestürzte Brücke sollte das Flusstal des Río Verde überspannen. Sie sollte zur «Mittelmeer-Autobahn» gehören, die die südspanischen Städte Málaga und Almería miteinander verbinden wird. Einzelnen Teilstrecken sind bereits fertig gestellt.

Die Gewerkschaften klagen seit Jahren über die hohe Zahl an Arbeitsunfällen in Spanien, vor allem in der Bauwirtschaft. Sie hatten in der Vergangenheit sogar zu Streiks für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz aufgerufen. Die Provinz Granada hat eine der höchsten Unfallraten in Spanien. (tso/dpa)

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