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Todesstrafe : Indonesien richtet acht Drogenhändler hin

Ungeachtet internationaler Proteste hat Indonesien acht zum Tode verurteilte Drogenschmuggler kurz nach Mitternacht lokaler Zeit hingerichtet. Unter ihnen waren auch zwei Australier, um deren Leben die australische Regierung vehement gekämpft hatte.

Proteste in Australien gegen die Hinrichtung der Drogenhändler in Indonesien hatten keinen Erfolg: Foto: AFP/Saeed Khan
Proteste in Australien gegen die Hinrichtung der Drogenhändler in Indonesien hatten keinen Erfolg:Foto: AFP/Saeed Khan

Indonesien hat weltweite Proteste ignoriert und acht zum Tode verurteilte Drogenschmuggler hingerichtet. Die Hinrichtungen seien vollzogen, berichteten die „Jakarta Post“ und „Jakarta Globe“ am Mittwochmorgen (Ortszeit). Eine Philippina sei in letzter Minute nicht vor ein Erschießungskommando gestellt worden.

Bei den Hingerichteten handelt es sich um einen Brasilianer, einen Indonesier, zwei Australier und vier Nigerianer. Ihre Regierungen hatten in den vergangenen Wochen vergeblich Gnadengesuche eingereicht.

Die Häftlinge warteten im Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Nusakambangan seit Tagen auf die Exekution durch ein Erschießungskommando, nachdem sämtliche Berufungsanträge und Gnadenappelle negativ beschieden worden waren.

Indonesiens Präsident Joko Widodo an den Hinrichtungen fest, die seiner Darstellung nach notwendig sind, um einen nationalen Notstand wegen des steigenden Drogenkonsums zu bekämpfen. Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Erst im Januar waren unter internationalem Protest sechs Menschen wegen Drogendelikten hingerichtet worden, darunter fünf Ausländer.

Vergebliches Bemühen Australiens

Australien hatte mit Konsequenzen gedroht, falls das Urteil gegen seine Staatsbürger Andrew Chan und Myuran Sukumaran vollstreckt würde. Widodo hatte Gnadengesuche der beiden 31 und 33 Jahre alten Männer abgelehnt.

Chan und Sukumaran galten als Anführer der Bande „Bali Neun“ - neun Australier, die im April 2005 versucht hatten, 8,3 Kilogramm Heroin von der Ferieninsel Bali nach Australien zu schmuggeln. Anfänglich stritten sie jede Schuld ab, zeigten aber später Reue. Die Gefängnisverwaltung in Bali bescheinigte ihnen exzellente Führung. Sukumaran habe Malkurse angeboten, Chan Gottesdienste geleitet und sie hätten einen hervorragenden Einfluss auf Mitgefangene. (mit dpa)

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